Ela Wildner: Hallo und herzlich willkommen zur neuen RUNNER'S WORLD Podcast Folge, schön, dass ihr dabei seid und rein hört. Ich will an dieser Stelle eigentlich gar nicht so viel vorwegnehmen und die beiden Läuferinnen, die heute zu Gast im Podcast sind, die haben auch wirklich viel zu erzählen. Es geht um viele Kilometer, es geht um hohe Berge, es gibt um eine Alpenüberquerung. Wie viele Kilometern und Höhenmeter das am Ende genau waren? Und wie lange sie dafür eigentlich gebraucht haben, darüber haben Maggie und Susi mit Chefredakteur Martin gesprochen. Und bevor ich, Ela Wildner, euch jetzt viel Spaß wünsche, sage ich noch, es lohnt sich in dieser Folge nicht nur dran zu bleiben, weil das Ganze wahnsinnig spannend ist, sondern weil am Ende auch noch ein kleines Gewinnspiel auf euch wartet. Also, viel Spaß bei der Podcast-Folge und hört unbedingt zu Ende, denn am Ende gibt es noch was zu gewinnen. So, jetzt aber wirklich. Viel Spaß mit dieser Podcast-Folge.
Martin Grüning: Hallo, ich begrüße euch zu einer neuen Folge des Runners World Podcasts. Es ist tatsächlich, ich habe es geguckt, unsere 191. Und ich freue mich, dass wir zwei ganz beeindruckende Persönlichkeiten diesmal im Podcast begrüßen dürfen. Die Maggie und die Susi. Maggie, Carlos, darf ich Maggie sagen? Ja, ist dein Logo, dein Ding. Und Susi, beide haben ein Hammerprojekt gestemmt. Nur so drei Fakten, 2000 Kilometer mit roundabout 120.000 Höhenmetern durch acht Länder. Auf der Via Alpina seid ihr in sagenhaften 50 Tagen gerannt, über euch hinaus gewachsen, soweit man das verfolgen konnte und das Beste, ihr geht jetzt demnächst auf Filmtour. Also man wird das, was ihr da erlebt habt. Mitverfolgen dürfen in ausgewählten Kinos. Und ich freue mich, dass ihr jetzt hier im Podcast dabei seid und so ein bisschen natürlich nochmal über euch und über das Projekt an sich und natürlich dann auch über die Filmtour erzählt. Ganz am Anfang, ihr seid auch große Influencerinnen, also ganz vielen, der in der Lauf-Community bestens bekannt. Aber trotzdem stellt euch doch einmal ganz kurz nochmal vor, so mit dem Fokus. Auf natürlich das Thema laufen.
Susi Lehmann: Ich übernehme mal hier das Zepter. Ja, erst mal vielen Dank, dass wir bei euch im Podcast sein dürfen, weil Runners World, ich warte, glaube ich, mal mit so einem kleinen Mini-Artikel bei euch in der Zeitung, irgendwo vor zehn Jahren oder so. Da war auch so Instagram, Influencer-Ding, irgendwas. Aber voll cool, dass wir hier über das Projekt sprechen können. Und ja, zu mir, also ich bin Susi. Und ich bin Trail, Marathon und Ultraläuferin, würde ich sagen. Ich wohne in Kochel am See, das ist eine Stunde südlich von München und bin quasi auch die Nachbarin von Maggie. Die wohnt nur 15 Minuten über den Berg sozusagen. Und ja, wir haben hier quasi sehr, sehr gute Trainingsbedingungen. Das heißt, ja, hier kann man sehr gut Trail laufen, aber auch flach. Für alle, die gern noch irgendwie flach laufen wollen, so wie ich. Und ja, wie du schon gesagt hast, wir sind auch beide so ein bisschen auf Social Media aktiv. Ich habe auch einen Podcast, da heiße ich nicht Susi, da heißt ich so überall Runskills, so falls man das dann nicht findet unter Susi. Ja, und ich habe zusammen mit der Maggie schon ganz viele Projekte gemacht und das mündete jetzt am Ende quasi in diesem großen Projekt, was du gerade vorgestellt hast. Ja, dann würde ich sagen, Maggie.
Martin Grüning: Ich gräte schon mal kurz rein. Also ich fand beeindruckend bei dir. Du nennst ja Run Skills. Genau, das ist auch dein dein Instagram Kanal. Du nenne dich Master of Challenges.
Susi Lehmann: Ja, habe ich einfach mal gedacht, schreibe ich da mal rein in diese Insta-Bio, wie man das ja nennt. Ja, also Master of Challenges ist glaube ich, weil ich sehr gerne mir so eigene Challenges wie auferlege, wo ich einfach teste, wie weit komme ich, wie schaffe ich das körperlich und mental und wie sehr kann ich über mich hinaus wachsen. Ich mache seit, also muss ich ehrlich sagen, 2025 war ein Pausenjahr, was das angeht, aber sonst mache ich jedes Jahr im Dezember eine Challenge, die unterschiedlich aussehen kann und ja, deshalb sehe ich mich selber so ein bisschen als Master of Challenges. Aber das ist eher so witzig gemeint auch. Das nehme ich jetzt nicht ganz so ernst.
Martin Grüning: Ich trau mich fast gar nicht zu sagen, was bei Maggie da steht. Pro Wander Dino.
Maggy Kalus: Ich glaube, das Master of Challenges ist noch besser. Ja genau, also ich bin Maggie, die Nachbarin von Susi, auch Ultra-Trail-Runnerin, aber eher nicht so im flachen Geborgen, sondern vom Bergsteigen und vom Wandern kommend, deswegen auch pro Wanderdino. Und ja, ich wohne eben am Walchensee. Das ist einfach einmal überm Berg. Ich bin da hingezogen von München aus vor mittlerweile 6 Jahren oder so. Und ich verbringe einfach gerne Zeit in den Bergen. Ich bin noch nie einen Marathon gelaufen. Das ist vielleicht auch an der Stelle ganz interessant. Aber schon sehr, sehr viele Trailmarathons mit Höhenmetern. Ich bin definitiv nicht der Master of Challenges, weil ich ... Gar nicht so oft mich selber so krass pushen kann. Aber im Kombi mit Susi geht das ganz gut. Deswegen machen wir auch viel zusammen. Und ja, letztendlich, was gibt es sonst noch zu sagen? Ich habe auch noch ein bisschen ein anderes Leben. Ich habe bei Tiermedizin studiert, gehe auch ab und zu noch mal ins Büro im Bereich Recruiting. Aber mein Schwerpunkt liegt tatsächlich mittlerweile auch im Bereich Trail Running. Bergabenteuer around the world und eben sehr, sehr oft in Kombi mit Susi.
Martin Grüning: Bevor wir jetzt auf dieses Projekt Running via Alpina kommen, ihr seid ja als Team, ihr beide, vorher auch schon ganz andere Dinge gelaufen. Nehmt uns mal so ein bisschen mit, was so Abenteuer waren, die ihr schon gemeinsam auch absolviert und bestanden habt.
Susi Lehmann: Ja, also angefangen hat das Ganze tatsächlich gar nicht mal so super, super sportlich, sondern wir haben uns so durch irgendwelche Insta-Kooperationen oder so Events erst mal kennengelernt und haben das dann vertieft beim veganen Döneressen. Und da haben wir uns immer mal getroffen, weil da hatten wir so eine Zehner-Stempelkarte, weiß ich noch. Wo macht man das? Wo machtman das? Das war in München am Ostbahnhof. Da haben wir uns dann, weil wir da beide noch in München gewohnt haben, haben wir uns dann da getroffen, weil das da immer echt lecker war und wir die 10er-Karte hatten, die wir dann voll kriegen wollten. Naja, anyways, wir haben dann da jedenfalls uns, sag ich mal, näher kennengelernt und haben aber erst mal über so ganz, ja, also erst mal gar nichts so Sportliches an sich gesprochen, dass wir jetzt irgendwas zusammen machen wollen, aber als wir dann in der gleichen Zeit ungefähr beide... Hier in die Berge gezogen sind, haben wir dann gesagt, ja da können wir uns ja auch mal eben zum Wandern oder zum Trail laufen treffen und so hat sich das dann quasi ergeben und ich war wie gesagt schon immer auch so ja im Marathon unterwegs und bin auch natürlich so diese klassischen Stadtmarathons gelaufen und Maggie hat halt viel einfach Berg, Steigen, Klettern, also so Bergsport gemacht. Und das Ganze hat dann angefangen mit dem Eiger-Ultra-Trail. Das ist ja einer der bekanntesten Trailläufe bei uns hier in der Dachregion in der Schweiz. Und da gab es 2022 das erste Mal diese 250 Kilometer Distanz. Und die konnte man aber nur im Team machen, zu zweit oder zu dritt. Und irgendwie hatte mir das Macky damals geschickt, schau mal, Eiko Ultratrad, 250 Kilometer, das wäre ja voll dein Ding und so. Ich so, ja, ja. Aber das muss man zu zweit machen, so. Und dann hat sie irgendwie gesagt, ja dann lass uns das doch zu zwei machen. Und dann war das sozusagen der erste Versuch, größerer Versuch den wir dann gestattet haben. Wir haben dann quasi davor schon auch vieles zusammen gemacht, um zu trainieren. Also wir waren dann auf Madeira, wir waren auf Gran Canaria und sind da diese ganzen Ultratrails gelaufen, dann teilweise zusammen, dann auch mal wieder ein bisschen getrennt. Und ja, dann hat sich das so ein bisschen verselbständigt und wir haben diesen Eigenultratrail beim ersten Mal leider nicht geschafft. Und sind dann sozusagen beim zweiten Mal nochmal angetreten und haben es dann geschafft, auch relativ gut und dann haben wir nochmal Swiss Peaks versucht, 2024 war das glaube ich, das ist auch so ein Ultra-Tray in der Schweiz und haben einfach, ja 100 Meilen haben wir auch noch gemacht am Gardasee, Garda Trentino, so 100 Meil zusammengefinished, also einfach ein paar Races und das mündete dann am Ende quasi. In diesem großen Projekt, worüber wir heute auch sprechen.
Martin Grüning: Jetzt sind ja schon 250 Kilometer für ganz, ganz viele, die uns zuhören, unvorstellbar. Vor allen Dingen, es geht ja auch dabei darum, das schnellstmöglich zu schaffen. Also das ist ja nicht eine Urlaubsreise, sondern es ist ein sportlicher Wettkampf. Dann nehmt uns jetzt einmal mal mit, wie kann man dann danach noch auf die Idee kommen jetzt nicht nur 250 Kilometer, sondern 2.000 Kilometer schnellstmöglich vermutlich laufen zu wollen. Wie kamt ihr auf die Idee, diese Via Alpina zu rennen und sagt uns auch noch ein bisschen natürlich, was ist das überhaupt? Via AlPina.
Maggy Kalus: Also darüber nehme ich gerne, weil die Grundidee wie Altina ist so ein bisschen auf meinen Mist gewachsen gewesen. Also erstmal war das so, dass wir uns, glaube ich, auf dieser langen Strecke bei diesem Eiger Ultra Trail gar nicht schlecht angestellt haben. Und das auch wirklich dann im zweiten Jahr gut mit vielen Learnings natürlich auf dem ersten Jahr wirklich gut absolviert haben. Wir haben damals auch ein drittes Frauenteam gewonnen, da waren wir echt stolz drauf. Und hatten auch, ich sag mal, harte Zeiten, aber auch einfach extrem viel Spaß in diesem ganzen Vorbereitung, während dem Lauf, auch im Nachhinein, wenn man sich so zurückerinnert. Es war einfach irgendwie was, was in Gedächtnis bleibt und was eben nicht so haustauschbar ist und eben extrem, ja, cool. Und dann haben wir, man überlegt ja immer so, ja was macht man als Nächstes? Was könnte man denn noch so machen? Im Samstag ist es so, dass wir gesagt haben... Wir möchten eigentlich gerne wieder was machen, irgendetwas Cooles. Aber wir wollten uns nicht mehr so diesen Regelwerk von so einem Event unterwerfen müssen. Das heißt, wir müssen um 8 Uhr da sein und am... Donnerstag geht's los und so, ne? Also ich sag mal, wenn du schläfst mit irgendwie tausend anderen in der Turnhalle, sondern eben eher so ein bisschen, was können wir vielleicht Individuelles machen, wo man flexibler ist, was man mehr aus sich zuschneiden kann und was natürlich auch irgendwie wieder eine Herausforderung ist. Und eine Challenge, wo ein Fragezeichen ist, ob wir das überhaupt schaffen können. Und dann hatten wir so ein bisschen hin und her gesprochen, was es denn so für Sachen gibt. Wir hatten da diverse Fernwanderwege, Inselumrundungen haben wir zwischendurch nochmal gemacht und so. Aber irgendwie hat uns alles nicht so gekickt und irgendwann kamen wir halt auf diese Via Altina. Da gab es mal mehrere verschiedene von. Die Via Altiner ist eigentlich ein Wanderwegenetzwerk gewesen. 5 Weitwanderwege durch die europäischen Alpen mit verschiedenen Schemata. Die bekannteste war sicher die grüne Vialtina. Auf die Strecke, wo der Crossing Switzerland lauflang geht alle zwei Jahre, sehr bekannt, 400 Kilometer durch die Schweiz. Und irgendwann hat dieses Via Altina-Team eine große Via Altino entworfen sozusagen, das war im Jahr, bevor wir die gelaufen sind, oder zwei Jahre vorher, wo sie die besten Teile miteinander connectet haben und was dann letztendlich einmal den kompletten Altenbogen überspannt hat und die Gäste nach Monaco. Eben durch diese acht Alpenländer, 2000 Kilometer, 120.000 Höhenmeter mitteilen, der ehemals Roten Vier Altina mit der Grünen Vier altina. Ja, und es klang irgendwie reizvoll. Das war natürlich eine wahnsinnig große Herausforderung mit 2000 Kilometern. Und das haben wir gesagt, okay, wissen wir jetzt auch nicht so richtig, wie planen oder wie organisieren wir das. Aber genau, das war auch ein Teil der Challenge. Überhaupt da hinzukommen, mal loslaufen zu können. Und ja, dann haben wir uns darauf geeinigt, dass wir das machen. Und ja. Ich glaube, das war eine gute Zusammenfassung.
Martin Grüning: Jetzt habe ich vorher natürlich so ein bisschen recherchiert. Und da steht dann, dass die Via Alpina eigentlich knapp 170 Etappen hat und dass man, wenn man die Etappe jetzt normal und gut trainiert schafft, dass man da so knappe vier Monate für anberaumt sollte. Ja, ich hatte es schon eingangs gesagt, ja. 50 Tage gebraucht, also noch nichtmals zwei Monate. War das von vornherein geplant? Also gab es so eine Idee, wir schaffen am Tag eins von da nach da und am Tag zwei von da nach da, und am Schluss sind es 50 Tage? Oder hattet ihr, wart ihr überrascht, wie schnell ihr wart? Oder wart ihr eventuell das kaum vorstellbar? Wart ihr enttäuscht, dass ihr nur 50 Tage gebraucht habe. Also ich...
Susi Lehmann: Ich versuch das mal zusammenzufassen.
Martin Grüning: Also ihr da draußen könnt das jetzt nicht sehen, aber die beiden haben irgendwie geschmunzelt.
Susi Lehmann: Ja, also was man auf jeden Fall sagen kann, ist, wenn man so ein Projekt plant, dann plant man natürlich auch ungefähr, wie lang man braucht, weil man muss nochmal dazu sagen, dass wir ein Support-Team dabei hatten, das heißt, und auch das Film-Team, du hast es anfangs schon angesprochen, dass wir einen Film haben, das heisst, sowohl das Support- Team als auch die Film-Crew, die müssen ja natürlich auch Zeit einplanen und man muss denen einen ungefähren Rahmen geben. Und wir hatten auch intern für uns einen Rahmen gehabt, was wir aber auch nie nach außen kommuniziert haben. Einfach auch unter der Prämisse, dass man sich dann nicht so einen Druck macht. Aber wir intern hatten das natürlich schon, deshalb haben wir natürlich auch so geschmunzelt, weil wir das natürlich wissen, wie der Plan mal aussah. Was man aber direkt schon dazu sagen kann, wir mussten glaube ich schon an Tag 7, meine ich, mussten wir diesen Plan komplett über den Haufen werfen. Weil einfach alles anders kam, als man sich das vorgestellt hat. Und das zeigt auch wieder, wie unberechenbar so ein Projekt in den Alpen ist. Also einmal, dass die Kilometer zurücklegen im Flachen, ist sicherlich schon mega krass. Aber dadurch, dass man natürlich mit diesen Naturgewalten sich immer auseinandersetzen muss, hat man einfach noch ein zusätzliches Thema. Was wir auch auf dem Schirm hatten, aber wir haben natürlich nicht damit gerechnet, dass zum Beispiel im Juli von 31 Tagen irgendwie 25 Tage Regen ist, plus Gewitter, plus Blitzdonner, alles Sachen, wo du eben dann auch nicht mehr über einen Bergpass gehen kannst, weil das sonst einfach ultra gefährlich ist. Und das letztendlich hat dann dazu geführt, dass es länger gedauert hat. Uns das gewünscht hätten. Aber das wäre auch so gewesen, diese Wunschvorstellung, wenn alles zusammengepasst hätte. Und das war einfach wirklich schon, das war ein heftiger Sommer irgendwie in den Bergen, leider, für uns auch, weil wir echt viel im Regen verbracht haben. Wir haben echt von Österreich nichts gesehen, wirklich, also außer die Hand vor unseren Augen haben wir nichts gesehen. Und genau, deshalb hat sich dann irgendwann abgezeichnet. Wie lange könnten wir jetzt brauchen? Und haben uns dann schon auch so ein Limit gesetzt. Dann haben wir gesagt, bis dahin müssen wir es irgendwie schaffen, weil sonst wird es auch schwierig mit der Support-Crew. Weil irgendwann müssen die Leute auch wieder arbeiten oder müssen halt ihren Verpflichtungen nachgehen. Und auch das Filmteam, das kostet ja Geld. So, das wird ja dann auch immer teurer. Deshalb haben wir dann irgendwann gesagt, okay, wir müssen es irgendwie bis dahinschaffen, wie auch immer das dann aussieht.
Martin Grüning: Also ich höre jetzt daraus die die Witterung war die größte Herausforderung oder was? Was waren die größten Herausforderungen?
Maggy Kalus: Ja, also, erst mal initial war die Witterung sicher erst mal die größte Herausforderung, weil die, wie Susi gehört, schon erwähnt hat, eigentlich schon nach der ersten Woche dazu geführt hat, dass wir unsere Planung, die wir ursprünglich für unsere Tagesetappen hatten, komplett über den Haufen werfen mussten. Man muss auch dazu sagen, wir sind gemeinsam mal bei einem Lauf in Österreich, bei einem 100-Miler-Innen-Gewitter gekommen. Wo wir wirklich Todesangst hatten und wir haben uns geschworen, ganz egal was passiert, wir werden nie losgehen, wenn auch nur latentige Farbe steht, dass sowas noch mal passiert. Und dementsprechend haben wir extrem defensiv, also sicher auch am absolut defensivsten oberen Ende, geplant. Also wenn wir gesehen haben, wir brauchen für den nächsten Abschnitt vier Stunden und in den nächsten zwei Stunden ist zwar noch strahlender Sonnenschein, aber dann ist schon Gewitterrisiko 20 Prozent, sind wir nicht weitergegangen. Dadurch mussten wir auch oft bei gutem Wetter dann einfach rumsitzen und haben uns auch oft geärgert, weil die Wettervorhersage irgendwie nie gestimmt hat. Und das hat eben dazu geführt, dass wir eh schon übelst im Verzug waren. Und dann kam leider ab so der Ende der zweiten Woche noch dazu, dass ich eine Entzündung in meinem rechten Bein entwickelt habe. Wahrscheinlich klassisch überlastet, schätze ich mal. Die dazu geführte, dass eigentlich ab Tag 17 war. Die Strecken nicht mehr komplett mitlaufen konnte, sondern mehr oder weniger dann mit in den Support gegangen bin, also viele, viele Kilometer in dem Van fahren musste und Susi alleine weitergelaufen ist und ich nicht eigentlich nur noch einklingen konnte, wenn das von der Beschaffenheit der Strecke und der Zugänglichkeit der Stecke und meinen Schmerz herging. Und das war natürlich ein weiterer großer Daulau, sag ich jetzt mal, neben dem Wetter, weil das war ja nicht geplant so. Also wir wollten das ja eigentlich gemeinsam machen. Wir haben uns da, glaube ich, bei strahlendem Sonnenschein jeden Tag irgendwie zehn, zwölf Stunden so rumhüpfen sehen. Ja, gute Laune. Noch ein bisschen Videos nebenher. Ja, kam leider anders. Das war die zweite größte Herausforderung.
Martin Grüning: Bist du denn dann wieder gesundet? Also konntest du irgendwann wieder einsteigen?
Maggy Kalus: Also, während des Laufs komplett gesundet bin ich leider nicht. Das ist auch unmöglich, wenn du dann eine akute, schlimme Entzündung jeden Tag belastest. Ich konnte immer wieder streckenweise einsteigen. Also, ich sag mal, zwischen im schlechtesten Fall sieben Kilometer oder auch nur mal einen Abhilf bis zum höchsten Punkt, weil das am wenigsten wehgetan hat. Also, die Schmerzen waren eigentlich vor allem bei Beton, bei hartem Boden. Runter oder auch flach, oder im besten Fall sehr selten, dann auch mal irgendwie 25, 30 Kilometer, aber das war wirklich die Ausnahme. Also es hat mich wirklich extrem beeinflusst und extrem rausgenommen eigentlich aus der ganzen Sache. Ja, und ich habe dann schon versucht, ich glaube, ich habe mal nachgeguckt gehabt. Ich bin... Vier oder fünf Tage, ich glaube, es waren vier Tage gar nicht mitgelaufen. Aber oft eben wirklich nur, ich sag mal, sieben Kilometer bis zum nächsten Access Point für unseren Transport oder bis zum nächsten Bus oder ich bin nach Grindelwald runter auch mit dem Bus gefahren und hab mir quasi dann den Downhill gespart. Oder ich bin auch mal mit der Bahn dann runter gefahren, während Susi halt die komplette Strecke. Alles mit ihren Füßen gelaufen ist, aber hab dann auch danach noch wirklich lange mit der, sag mal, reingelaufenen Verletzung. An der Stelle, das kann man eigentlich keinem empfehlen, macht es nicht. Wenn ihr so was habt, dann kuriert es aus. Aber mir lag das Projekt einfach sehr am Herzen. Und wir waren unterwegs, es war alles on the go. Und dann zu sagen, okay, jetzt schmeiße ich hin, mach gar nichts mehr, das wollte ich dann auch nicht. Aber gesundheitstechnisch gesehen war es natürlich nicht schlau.
Martin Grüning: Du kannst jetzt hier im Podcast da relativ entspannt, muss ich sagen, drüber reden. Aber ich kann mir vorstellen, dass das so in der Situation selbst, also während der Tage, vermutlich für dich dann, ich würde jetzt mal sagen dramatisch war. Wird man das, sei mal ehrlich, wird man das im Film auch mitverfolgen dürfen?
Maggy Kalus: Ja, also man muss dazusagen, um uns vielleicht ein bisschen besser zu verstehen und auf den Film. Und wir sind sehr pragmatische Typen. Susi und ich beide. Wir sind beide niemand, der sich heulend auf den Boden wirft, weil irgendwie ein Plan nicht funktioniert, den man hat oder weil irgendwas wehtut oder so. Sondern wir versuchen eigentlich lösungsorientiert und nach vorne zu denken. Und es war klar, dass dieser Fuß eben keine Wunderheilung erfahren wird. Ich war da beim Arzt, beim Physio. Ich habe alles gemacht. Und da wir natürlich auch ein zeitliches Limit hatten, konnten wir auch nicht sagen, wir warten jetzt mal eine Woche. Und dementsprechend war ja klar, es gibt genau zwei Möglichkeiten. Wir hören jetzt auf, was keinen Sinn ergeben hätte, weil Susi war topfit. Oder wir ziehen es irgendwie weiter so durch, wie wir es organisiert bekommen. Wir haben uns dann für Zweiteres entschieden, weil A war für mich keine Option. Wir haben gesagt, wenn einer noch weitergehen kann, dann wird er andere den supporten. Und da steckt auch viel zu viel dahinter. Ich hatte ja noch keine Krücken oder Rollstuhl. Also ich konnte mich noch irgendwie bewegen. Und dann war für ich klar, dass ich auch nicht nach Hause fahre. Also klar habe ich mir das anders vorgestellt. Aber ja, in dem Film, man sieht schon, dass, glaube ich, wir oder uns beiden oft nicht gut gingen mit der Situation oder auch mit den Begebenheiten, wie sie dann waren. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir dann, ich sag mal, groß heulen oder die ganze Zeit nur motzen oder schlecht raus sind. Sondern man muss halt überlegen, es gibt ja nur vorwärts. Und das hat noch nie was gebracht, wenn man irgendwie die negativen Gedanken überwiegen lässt oder irgendwie. Da halt eine riesen Szene draus macht. Deswegen haben wir einfach versucht, das Beste draus zu machen. Aber es war noch bei Weitem nicht leicht.
Martin Grüning: Jetzt lass uns auch mal über die schönen Dinge dieses Projekts mal reden. Was waren so die Highlights jetzt im Positiven?
Susi Lehmann: Also man kann mal festhalten, dass wir hier vor unserer Haustür mehr oder weniger wirklich unfassbar schöne Landschaft haben, was sich einfach so durchweg durchzieht, von Triest nach Monaco kann man sagen. Also diese 2000 Kilometer sind vor allem unfassbaar divers und unterschiedlich. Also
Martin Grüning: Ihr seid praktisch Adria gestartet, Mittelmeer gelandet.
Susi Lehmann: Ja, und Mittelmeer zu Mittelmehr ist das auch. Genau, also man läuft dann quasi einmal von Ost über den Alpenbogen nach West.
Martin Grüning: Und die Richtung ist auch ist auch mehr oder weniger so vorgegeben.
Susi Lehmann: Ja, schon. Also es gibt in Monaco auf diesem Platz, wo da, wie heißt der? Prinz Albert von Monaco, wie der heißt da, wo der da wohnte. Und auf diesem platz, da ist auch ein Schild, wo dann quasi steht Via Alpina. Also ich glaube, es ist schon so gedacht, dass man in Triest startet und wir kennen auch niemand, der es umgekehrt gemacht hat. Also wenn da jemand da ist, der das macht, kann sich gern mal bei uns melden, aber die meisten, die wir da getroffen haben, haben das schon so klassisch gemacht.
Martin Grüning: Und wie war der Albert so?
Susi Lehmann: Bevor Mecki noch was sagt, den Albert haben wir leider nicht getroffen. Was? Wir haben ja gehofft, dass hier Robert Geiss, der wohnt ja auch da in Monaco mit seiner Jacht, dass der da mal steht mit Carmen Geiss und ein bisschen Champagner für uns da. Aber das war leider nicht, also keine Prominenten getroffen in Monako.
Martin Grüning: Ja, Shoutout an die Geissens, die ja Randersfeld-Podgast-Hörer sind, Stammhörer, äh, nein. Ja, genau.
Susi Lehmann: Ja genau, die können die Folge gern mal teilen auch. Meldet euch bitte.
Martin Grüning: Meldet euch bitte bei Susi und Maggie und ladet sie noch mal auf die Jacht ein. Maggie wollte was sagen, aber vermutlich was Vernünftiges.
Maggy Kalus: Ja, das ist vernünftig. Der Grund, warum die meisten Leute von Trieste nach Monaco laufen und nicht andersrum, ist, dass die hohen Berge in dem Verlauf dieser Strecke eher im Westen sind. Die hohen berge in den Alpen sind ja in Frankreich und Italien. Und aufgrund dessen, dass normaler Leute da eben drei, vier Monate wandern, gibt es einen sehr, sehr schmalen Zeitraum, wo da kein Schnee ist. Und die laufen quasi im Osten los, wenn es im Weste noch sehr viel Schnee an den Pässen hat. Und wenn die dann im Westen ankommen, dann ist eben dann Hochsommer und dann geht's auch da. Deswegen läuft man nicht andersrum.
Martin Grüning: Welcher Abschnitt war eigentlich der schönste? Könnt ihr das sagen? Also vermutlich ist das jetzt gekoppelt an die Witterung auch.
Susi Lehmann: Ja, wir haben das mal irgendwann zusammengefasst, bei uns auf diesem Insta-Kanal haben wir mal so eine Top Ten, glaube ich, jeder gemacht und es gab, obwohl ich jetzt, ich habe ja alles gesehen, aber es gab trotzdem extrem viele Überschneidungen von uns beiden und ich glaube, ohne dass ich jetzt alles noch genau weiß, aber was sicherlich für uns beide ein Highlight war, weil wir auch nicht damit gerechnet haben, waren viele Teilen Frankreich. Unfassbar schöne Landschaft. Also wir waren wirklich so wow, weil das waren so flowige Trails, mega schöne Landscapes, Seen, Berge, es war einfach so, ich weiß nicht, wir hatten glaube ich gar keine Vorstellung und das war glaube ich gut. Und
Martin Grüning: Die Mont Blanc-Region gehört auch dazu dann, da kommt man so durch, oder? Jaja, was war der höchste Punkt, den ihr überschritten habt?
Susi Lehmann: Offiziell ist es ja das Hohtürli in der Schweiz. Das ist auch übrigens Teil vom Eiger Ultratrade 250. Das ist auf Maggie, wir rusten es, 2, 8.
Maggy Kalus: Weiß 87.
Susi Lehmann: Ja, aber wir waren dann noch mal irgendwo an einem Punkt, der doch höher war. Da weiß ich noch, der nämlich 50...
Maggy Kalus: Ja, an der Hütte da oben, an dem Gletscher, an den Pfitscherjachhausen, da von Antholz hoch, bei dem Glatscher, wo auch diese Treppen waren, diese ungenormten Treppen.
Susi Lehmann: Das war in Italien, war das.
Martin Grüning: Wenn es da draußen jemand weiß, mag er es uns mitteilen.
Susi Lehmann: Also da haben wir nur gedacht, das ist ja irgendwie höher als das Hauteuilly, aber offiziell, also wir gehen jetzt einfach mal vom offiziellen aus, ist es das Haoteuilly in der Schweiz. Wunderschön auch. Das ist dann kurz, wenn man da diesen Downhill läuft, kommt man zum Öschinensee. Es ist auch ein sehr bekannter See. Dann kommt man nach Kandersteg. Es ist wunderschöne. Also es ist sicherlich auch ein Highlight gewesen. Wussten wir aber schon, wir kannten das ja schon. Wir sind da schon zweimal lang. Und definitiv ein Highlight. Das hattest du ja noch gefragt, war auch auf jeden Fall alles hier quasi vor unsere Haustür, Karwendelgebirge. Da hat man erst mal gesehen, wie unfassbar schön unsere deutschen Alpen sind. Ja, das war auch ein Highlight. Und natürlich die Dolomiten, also die drei Zinnen und so. Das war auch eine Highlight, weil das aber auch recht früh, in Anführungszeichen, ich glaube es war Kilometer 700 oder so, ich weiß nicht, irgendwie 500 bis 700, war das eben wie so ein Meilenstein, wo wir gedacht haben, wir sind jetzt bis zu den 3 Zinnen mit unseren eigenen Füßen gelaufen vom Mittelmeer und das war dann, solche Momente bleiben dann einfach hängen, weil das irgendwie was in einem auslöst und man denkt so wow, das haben wir jetzt wirklich gemacht, das ist ja voll krass.
Martin Grüning: Könnt ihr vielleicht so einmal einen typischen Tag beschreiben? Also jetzt mal einen, wo nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Seid ihr morgens um drei Uhr schon aufgestanden oder erst um acht? Und wie? Wie? Wie hattet ihr euch das dann eingeteilt? Oder gab es gar keinen typischen tag?
Susi Lehmann: Aufgrund des Wetters gab es leider keinen typischen Tag, weil wir dadurch dann eben manchmal auch später einfach los sind oder noch viel früher. Aber so, ich würde mal sagen, wenn wir einen guten Tag hatten, der nach Plan lief, dann sind wir schon zwischen vier und fünf aufgestanden, meine ich so immer. Im Schnitz kam immer darauf an, wie lang die Etappe war und wie anstrengend, dass man quasi so zum Sonnenaufgang irgendwie unterwegs ist. Gradwitz dann doch. An den Tagen, wo es heiß war, war es dann auch wirklich heiß, dass man eben nicht so in der Mittagssonne ist. Und dann gab es im besten Fall Spots, wo unser Van, also dieses Supportauto sozusagen, hinkommen konnte. Und wenn es das aber nicht gab, sind wir dann an Hütten gegangen, haben da was gegessen, weil das kann man sich auch vorstellen, dass das oft gar nicht möglich war. Manchmal haben wir den Van gar nicht gesehen, erst abends wieder. Also das war vor allem so in Slowenien noch ganz gut, da war alles sehr zugänglich für den Van. Da konnte man dann hinkommen, also da hat dann Mecki vorher geguckt, wo ist ein guter Spot und dann haben wir da irgendwie unser Zeug aufgefüllt, gegessen, getrunken und sonst lief das immer gleich ab. Also aufstehen. Unser Support hat das Frühstück gemacht. Entweder Toast mit Nutella, wenn wir Strom hatten, oder Müsli mit Joghurt, wenn mir keinen Strom hatten. Und dann sind wir losgelaufen, haben uns irgendwo wieder getroffen oder sind auf einer Hütte. Sind immer gelaufen, gelaufen und gelaufen und sind dann irgendwann nachmittags oder abends angekommen. Und dann lief das auch immer gleich ab. Dann aus den Klamotten raus, wenn wir eine Dusche hatten, geduscht. Wenn nicht, dann so ein bisschen mit feuchten Tüchern da rumgemacht und dann gegessen. Und dann eigentlich ging es schon wieder ins Bett. Also es war oft keine Zeit, dass wir da noch irgendwas gemacht haben. So Freizeit oder so. Also wir hatten auch Tage. Der längste Tag war, glaube ich. 16 Stunden, wo wir unterwegs waren, da kommst du einfach nur an und isst schnell was und gehst schlafen. Und dann war's das.
Martin Grüning: Naja, also wenn man wenn man jetzt 2000 Kilometer durch 50 Tage teilt, da kommen wir noch 40 Kilometer am Tag da. Da kann man und das dann noch entsprechend ganz entscheidend mit den Höhenmetern. Dann kann man sich vorstellen, dass dann der ganze Tag natürlich auch dafür draufgeht, nur fürs Laufen und man sonst keinerlei Freizeit genießen kann. Kann ich schon vorstellen. Gabs darf ich einmal fragen, gab es einen Moment oder gab es Momente an denen ihr das Projekt bereut habt?
Maggy Kalus: Boah, das ist eine harte Frage. Ich hatte schon Momente, wo ich mir gedacht hab, was machen wir hier eigentlich für einen Scheiß? Aber das lag auch an meiner Situation. Ich hatte wirklich oft ein Fragezeichen und dachte, hast du wirklich ein halbes Jahr geplant, dafür, dass du in diesem Van hockst? Es hat Platzregen draußen. Unsere Stimmung ist am Boden. Dein Bein entzündet sich auch noch, die Haut schält sich. Ich hab nicht wirklich... Ich hatte wirklich Phasen, da hab ich mich in der Opferrolle gefühlt. Und ich bin eigentlich nicht der Typ dafür. Ich bin nicht der, der sich selber so, oh, ich armen Wesen. Aber da hatte ich Momente, wo ich dachte, mein Gott, bin ich eine arme Sau. Aber nee, also bereue ich das nie, weil ich glaube, dass einfach deine Einstellung zu den Dingen, die wir erfahren, ganz maßgebend dafür sind, ob du im Leben happy und glücklich bist oder ob du eben immer Dinge bereust oder immer irgendwie haderst oder ob Du eben eher ein negativer Typ bist. Und wir sind beide nicht negativ, sondern wie ich vorhin erklärt habe, wir denken beide nach vorne. Und man macht halt aus der Situation das Beste. Oder dass es nicht ein Spaziergang wird und dass es auch nicht nur Sonnenscheine und kurze Hose oder so wird. Das haben wir schon gewusst. Ja, wir wussten, dass das hart wird. Ganz egal, wie schnell oder langsam wir das machen. Das war ja auch alles neu für uns. Wir waren an vielen Orten noch nie. Wir haben noch nie 50 Tage in einem Van gepennt. Wir hatten noch nie so wenig Privatsphäre und so. Ich finde, man wächst an sowas und ich bereue es im Nachhinein auch nicht.
Martin Grüning: Susi, wolltest du was sagen? Sonst haue ich meine nächste Frage raus, die sich aufdrängt. Weil du es gerade gesagt hast, ihr steht ja in irgendeiner Beziehung zueinander. Ich weiß nicht, nennt ihr euch Freundin oder ja Freundin? Wart ihr danach bessere Freundin nach dem Projekt, nach den 50 Tagen?
Susi Lehmann: Also ich glaube, nach diesem Projekt allgemein... Ich weiß, also mir ging es da erst mal richtig schlecht. Das kann ich mal genauso sagen, wie es ist. Ich rede da nicht um heißen Brei. Mir ging es mental schlecht. Die ersten Wochen waren noch nicht so, weil da war man noch am Auspacken. Und dann hatten wir noch super viel zu tun. Wir mussten noch für Sponsoren irgendwie mal ein Shooting machen. Die Stars überall hin. Und dann irgendwann kommt, verlacht das ja ab. So, dann geht das zwar los mit dem Film, aber da hatten wir erst mal nichts mehr mit zu tun, das heißt, wir waren erst mal so ein bisschen raus. Und dann ging einfach so der Herbst-Winter los und ich glaube, man muss dann erst mal für sich alleine versuchen, zu verarbeiten, was man da gemacht hat und was da auch passiert ist, weil man ganz schnell in so eine Position rückt, wo man sagt, das ist ja gar nicht so krass, ach mei, da habe ich einfach durchgezogen, ja, was denn einfach jeden Morgen aufstehen und los und das A so ein bisschen klein redet, was man geschafft hat? Ich glaube, es ist ja jeden Tag, wie es Mäcki schon gesagt hat, wir waren ja an den meisten Orten noch nie in unserem Leben und es sind so viele Eindrücke, die da auf einen einbrasseln und so viele Herausforderungen, die man sich da stellen musste. Das schafft der Körper und der Kopf gar nicht, so schnell zu verarbeiten und ich glaube auch, jetzt stand jetzt und das ist jetzt vier oder fünf Monate bald her, dass das immer noch nicht komplett verarbeitet ist und das vielleicht auch wirklich dauert, wenn man das dann abgeschlossen hat mit diesem Film. Und ich glaube, dass das noch ein Prozess ist. Und zu deiner Frage, wie sich das dann so auf die Freundschaft auswirkt, ich glaube das muss man dann auch tatsächlich sehen, ob das jetzt irgendwie uns mehr doch am Ende zusammengeschweißt hat, ob man jetzt doch mehr gemerkt hat, dass man unterschiedlich irgendwie an die Dinge rangeht oder so. Also das ist, glaube ich, alles noch im Gange, so sehe ich das zumindest. Mein Maggie kann das gern auch nochmal anders sagen, natürlich aus ihrer Brille, aber... Das ist tatsächlich, das habe ich muss ich ehrlich sagen, komplett unterschätzt, wie mich das danach irgendwie noch beschäftigt, unterbewusst. Nicht, dass ich jetzt da sitze und denke, ich denke die ganze Zeit an Vialpina, sondern dass das in mir irgendwas macht und ich weiß noch nicht so richtig was. Ja, Maggi, kannst du gerne auch...
Maggy Kalus: Ja, das unterschreibe ich so was, so wie sie sagt. Ich glaube, dass durch diese wirklich krassen Struggles, die wir hatten und Probleme, uns das auch viel mehr jetzt im Nachhinein noch beschäftigt, als es vielleicht uns beschäftigen würde, wenn alles glatt gelaufen wäre. Weil ich glaube, wenn ich so zurückdenke an Dinge, die man so im Leben erlebt, so easy peasy waren oder wo man so durchgerollt ist oder wo alles so kam, wie man es erwartet hat. Das beschäftigt einen im Nachhinein nicht mehr so viel. Da hat man dann vielleicht Glücksgefühle und denkt gern dran zurück. Aber es ist nichts, wo irgendwie man sich als Person vielleicht dann auch mal hinterfragt oder über einen selber nachdenkt, wie man mit Situationen umgegangen ist, weil das lief ja alles, oder? In unserem Fall fiel es nicht und wir hatten viele Reibungsthemen. Wir hatten viele Probleme, mit denen wir umgehen mussten. Wir hatten viele Tage, wo wir auch einfach, ich sag mal, nicht so viel Spaß hatten. Wie wir das gehofft hatten. Und das zieht einen natürlich schon runter. Und freundschaftstechnisch ist es so... Also, bei mir ist es entweder so, ich mag jemanden oder ich mag jemand nicht. Und dass man mit Leuten, mit denen man so viel Zeit verbringt, nicht immer nur gute Zeiten hat, das ist ja wie in der Beziehung. Also, ist ja klar, weil man ist ja nicht der gleiche Mensch. Und man hat auch nicht... Wir sind uns eh schon in vielen Teilen sehr ähnlich, was man hat. Man ist ja ein unterschiedlicher Charakter mit unterschiedlichen Gefühlen, Vergangenheit und geht auch mit Problemen eben dann unterschiedlich um. Und ich glaube, ein Punkt von Freundschaft ist halt, und da arbeitet man glaube ich sein ganzes Leben dran, dass man halt die Person, mit der man freundet ist oder mit der auch in einer Beziehung ist, respektiert und auf sich selber sein lässt. Und im Endeffekt ist es so, dass wir vielleicht unterschiedlich mit manchen Problemen umgehen, Das wird vielleicht dann unterschiedlich. Sind. Und keine Ahnung, aber das ist ja was Bereichandes, und dass man das akzeptiert und damit eben lebt sozusagen, finde ich, ist ein ganz großer Teil von der Freundschaft. Das ist ja, also das ist sehr völlig klar, dass du in so einer Extremsituation eben vielleicht dich mal ganz anders verhältst, als wenn du bei Sonnenschein Eis essen willst. Und das gehört, glaube ich, mit dazu. Und das ist, glaube auch, ein großer Punkt, warum solche krassen Sachen gemeinsam zu erleben, als so wertvoll sind. Weil man irgendwie jemanden hat, mit dem man darüber reden kann, mit dem vielleicht auch durch tiefe Täler gegangen ist. Wir weiß, in zehn Jahren gucken wir uns vielleicht an und sagen, oh Gott, weißt du noch, in dem Kack-Piss-Regen an diesem Welt? Und da lacht man aber drüber. Also, ja, also ich persönlich... Ich glaube, man verändert sich ja laufend als Mensch und auch Freundschaften verändern sich laufnd. Und wer weiß, was in zehn Jahren ist oder auch in zwei. Keine Ahnung, wo ich in zwei Jahren bin, ob ich überhaupt noch hier lebe oder so. Deswegen sicher hat es uns verändert. Aber ich will gar keine Wertung darüber abgeben, weil ja, das ist halt part of the journey, kann man das so sagen.
Martin Grüning: Ich denke, in zwei Jahren seid ihr gerade im zweiten Jahr der Weltumrundung. Irgendwie sowas. Nein, Spaß beiseite. Es bringt mich auf ein anderes großes Thema. Vielleicht ist es zu groß, aber habt ihr bei dem Projekt das schließt jetzt an das an, was du eben gesagt hast. Das bringt mich so auf die Idee, habt ihr auch da was fürs Leben gelernt?
Susi Lehmann: Oh ja, also, also ja, aber das war uns, glaube ich, vorher auch schon klar, dass das so sein wird, weil das einfach eben so ein Projekt ist, was man ja kaum greifen kann, oder? Also das ist, wenn, auch als wir uns das gesagt haben, wir machen das, da habe ich immer gedacht, ich kann niemandem sagen, was mein Gefühl ist, ob ich das auch schaffe oder nicht, weil das ist so groß, nicht greifbar, es kann so viel passieren, dass ich es einfach erst mal mache. So. Was aber dann so auf uns zukam, war auf jeden Fall teilweise Sachen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Aber ich für meinen Teil habe schon viel gelernt, natürlich auch über mich selbst. Und vieles sicherlich auch, was so ein bisschen das, was man schon dachte, auch vielleicht bestätigt. Was Meggie vorhin schon ein paar Mal angesprochen hat, dass wir so pragmatische Typen sind und einfach weitermachen und da nicht so eine Szene draus machen. Das hat sich da schon sehr bestätigt. Also da hat sich das, glaube ich, auch nochmal so verfestigt, würde ich sagen, dass das wirklich auch eine Stärke von uns beiden ist und wir haben dann auch so festgestellt am Ende des Tages, dass wir für das, was wir da jeden Tag irgendwie in Anführungszeichen geleistet haben, dass wir da eben uns. Also, dass man sich jeden Tag so committet, das einfach zu machen über so einen langen Zeitraum. Und man wusste ja immer nicht, wie lange geht's am Ende dann doch. Also, es ist ja nicht ganz so absehbar gewesen, dass wir da schon extrem stark sind in den Dingen, wie wir mit Problemen an sich umgegangen sind. Lamecki hat auch gesagt, jeder geht anders damit um. Und es gibt auch mal eine Reiberei. Und man zickt sich auch mal an und man ist auch mal drüber, weil einfach alles zusammenkommt. Aber in Summe, würde ich sagen, waren wir so für das, was wir da irgendwie mitmachen mussten, auch dieses Thema mit dem Fuß, mit der Verletzung, mit dem Wetter, mit anderen Themen. Wir hatten ja eben ein Team und man muss einfach sagen, jeder Mensch hat ja seine eigenen Befindlichkeiten. So, jeder hat seine Themen, jeder hat seine Probleme und all das kommt dann ja auch zusammen. So, und da finde ich, sind wir extrem. Gut mit umgegangen und haben das extrem gut gehändelt, fand ich. Was ich vorher zum Beispiel nicht gedacht hätte, dass ich das vielleicht auch so mache. Klar, es war dann auch mal irgendwie ein Tag, wo man das vielleicht nicht so gut abkonnte, aber so in Summe, würde ich sagen.
Maggy Kalus: Du warst schon krass resilient. Also resilient ist das richtige Wort. Das war schon krasser.
Susi Lehmann: Ja, das ist, glaube ich, ein gutes Wort, dass wir einfach insgesamt sehr stark waren. Und das ist vielleicht auch das, was dann Monate später vielleicht bei mir auch so kam, dass dieses Ganze, ich bin jetzt stark, ich ziehe das durch, ich will das auch und ich weiß, dass ich das kann. Und jetzt so zu mir selber auch gesagt habe, jetzt stell dich mal nicht so an, zieh das jetzt mal durch, weil es gibt keinen Grund, du bist nicht verletzt, du bis topfit, du hast die mentale Stärke. Das glaube ich dieses. Das, was man da so 50 Tage aufrecht erhält, dass das vielleicht jetzt irgendwie auch mal so ein bisschen eingebrochen ist und der Körper auch mal gesagt hat, du kannst jetzt auch mal irgendwie die andere Seite sein. Nicht schwach, im negativen Sinn, aber einfach mal, du musst jetzt nicht immer stark sein, du musst es jetzt nicht weiter durchziehen. Du kannst diese Gefühle, die sich da so angestaunt haben, ja, einfach so zulassen. Und ich glaube, das lernt man dann ja auch wieder in der Zeit so, dass es vielleicht irgendwie zusammenhängt. Das würde ich jetzt für mich sagen.
Martin Grüning: Ich könnte mir vorstellen, dass auch dadurch, dass ihr als Influencerinnen, die in Social Media auch präsent sind, vielleicht den Eindruck habt, ihr müsst immer präsend sein, ihr müsst gut sein, ihr muss immer stark sein. Und ihr seid ja ganz offensichtlich zwei wahnsinnig starke Frauen. Vielleicht war das so ein Momentum auch, was dich da erreicht hat, dass du jetzt eigentlich Gerne. Eine Pause dir gegeben hättest und aber meintest du weiter oder wahrscheinlich warst, bist du auch weiter gefordert gewesen?
Susi Lehmann: Klar, weil wo wir zurück sind, also ich bin ja auch selbstständig, das heißt, es ist alles liegen geblieben, was so liegen bleiben konnte und man ist einfach direkt weitergegangen und dann ging es mit dem Film weiter und Sponsoren und die brauchen noch was und der braucht noch was und der will mit dir reden und das geht jetzt immer weiter bis zu dem Film sozusagen, bis die Filmtour ist und das sind zwar alles positive Dinge, aber wir wissen ja auch alle, dass positiver Stress ist ja auch Stress und ich glaube, dass man sich mal eine Auszeit davon gönnt. Eben jetzt schwierig war in dem Fall. Also, dass man eigentlich hätten, wir damals hatten darüber gesagt, Megan, wenn wir hier fertig sind, erst mal zwei Wochen Dom-Rap, 5-Sterne-Hotel, niemand sieht und hört uns, aber das hat halt leider nicht funktioniert. Leider nicht, ja.
Maggy Kalus: Ja, wir waren eigentlich darauf, wir haben immer gesagt, danach erst mal so rentnern, irgendwie zwei, drei Wochen nix machen. Aber dadurch, dass es sich länger gedauert hat und so viele Probleme mit sich gebracht hat, hatten wir gar nicht mehr die Zeit. Weil ich musste ja wieder in die Arbeit zu, sie musste ihre Selbstständigkeit ja auch weiternehmen, weil sonst passiert nix. Konnten wir uns das nicht noch rausnehmen, dass wir halt dann noch mal ein Larry gemacht haben für einen Monat oder so, was eigentlich notwendig gewesen wäre und auch richtig gewesen wäre, glaube ich. Dass wir uns von der Sache auch so, dass man das so abschließen kann im Kopf, weil wir konnten es irgendwie eben nie, also man ist nie dazu gekommen, direkt danach einfach mal zwei, drei Tage nur die Gedanken schweißen zu lassen, weil man so viele Duties hatte und Tasks, die dann abgearbeitet werden mussten, dass man es nie richtig verarbeiten konnte. Und deswegen, glaube ich, tut man jetzt auch immer noch so darüber zivieren manchmal oder das holt einen so ein oder so. Und, ähm... Was ich auch noch sagen wollte, weil du meinst, was hat man so fürs Leben gelernt, oder? Also Susi meint, sie war selbst verwundert, wie sie das so durchgezogen hat und wie sie da irgendwie so stark war. Und für mich war es... Ein anderes Learning auch irgendwie. Es wurden viele meiner Charakterzüge bestätigt, von denen ich geglaubt hab, zu wissen. Man glaubt ja, man weiß, wie man so ist und wie man mit Situationen umgeht. Und ich glaube, das wissen wir beide sehr gut auf Basis dieser Ultrarunning-Erfahrungen. Die lernen dich wirklich, wer bist du? Wer bist du, auch wenn du so ganz am Boden bist? Aber für mich war es sehr neu, dass ich so etwas empfunden habe, wie Frust. Also für mich ist es so, dass ich noch nicht oft im Leben an Situationen war, wo die Dinge nicht so gelaufen sind, wo ich, wie ich das wollte. Also eigentlich ist es so, wenn ich mir was im Kopf setze und irgendwas plane oder so und da viel Effort reinstecke. Also ich mache auch viel, was mir nicht so wichtig ist. Und dann klappt es vielleicht auch mal nicht, ist mir dann wursch. Aber wenn ich etwas wirklich will und. Viel investiert, dass in der Regel der Outcome für mich auch positiv ist. Und diese Tatsache, dass ich konfrontiert war damit, dass ich ausgenockt war, obwohl ich alles getan habe in der Vorbereitung, währenddessen die ganze Zeit, wo ich dachte, okay, also es war beyond meiner possibilities zu ändern. Und da hatte ich mit zu kämpfen und ich war frustriert. Und ich kämpfte fast nicht so. Das, was ich erzähle, das kann doch nicht wahr sein. Das hast du alles hier gemacht, geplant, geteilt, jetzt fängst du da, wirklich wie ein Opfer. Und das zu lernen über sich, diese Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern auch zuzulassen und zu verarbeiten und sich damit zu konfrontieren, das war für mich ein ganz großes Learning.
Martin Grüning: Jetzt haue ich noch ein großes Thema hinterher. Was können denn andere von euch lernen aus dem Projekt? Gibt's da was?
Speaker 5: Du machst das einfach nicht. Du machst es nicht so, wie wir das gemacht haben.
Martin Grüning: Ja, würdet ihr sagen, es gab eine Mission über das Läuferische hinaus, wo ihr sagt, das wollten wir als Botschaft weitergeben und das könnt ihr von uns lernen.
Maggy Kalus: Das macht echt was Großes auf. Also wir haben uns schon, als wir das alles so geplant haben und das wir dann Filmteam dabei haben werden und so gedacht, das ist einfach. Und das finden wir schon immer. Seit wir Influenzer sind, seit wir in diesem Trailrunning sehr männlich umfällig sind, sind wir der Meinung, dass eigentlich Frauen und auch die Leistungen von Frauen irgendwie unterrepräsentiert und nicht wirklich ja, ich sag mal, gleich sichtbar und gewürdigt sind wie von Männern. Ich meine, klar, es machen auch immer noch viel weniger Frauen als Männer das. Das ist aber auch historisch bedingt, nicht weil Frauen keine Maschinen sind, sondern weil halt Frauen erst seit wenigen Jahrzehnten überhaupt die Möglichkeiten haben, das alles zu machen. Und wenn man dann so, ich sage mal, Events, auch zum Teil Wettkämpfe, Meisterschaften sieht. Jetzt gerade wieder, ich glaube, bei einem Lauf, wo einfach die Frauen gar kein Preisgeld bekommen haben und die Männer irgendwie, ich weiß nicht, 1.500 für den 1. Platz, oder wo man für Frauen keine Zielbänder hat und für Männer schon. Es gibt ja auch noch Läufe, wo Frauen bis vor Kurzem gar nicht mitmachen durften. Es ist schon cool, dass man einfach die Möglichkeit hat, mit dem, was man tut, auch zu zeigen und Leute zu inspirieren. Hey, macht, geht raus, was auch immer eure Passion ist. Es muss ja nicht ultra-running sein, aber we can do it. Also ich habe immer das Gefühl, wenn ich was kann, vielleicht habe ich auch Impostor-Syndrom oder so, dann kann das jeder schaffen. Also literally, ich habe wirklich das Gefühl ich koche ja auch noch mit Wasser. Keine Ahnung, also ich bin auch nur auf Fleisch und Brut. Und wenn man was schaffen will, ganz egal in welchem Bereich, dann machst du wirklich deine Träume oder setzt die Dinge um, wo es dich hinzieht. Und ich glaube, das wollen wir schon auch ein bisschen zeigen und kommt auch, glaube ich, so natürlich aus uns raus.
Martin Grüning: Also, jetzt bin ich ein Mann, deswegen steht es mir gar nicht zu, das zu beurteilen. Aber ich glaube, ich habe es ja eben schon mal gesagt, es ist wahnsinnig beeindruckend. Eure Power. Und ich bin ganz sicher, dass sich das auch auf andere Frauen, aber auch auf andere Männer überträgt. Also ich hoffe es. Und da sind wir jetzt beim Thema Film, würde ich sagen, passt doch wunderbar. Der Film ist ja auch eine Botschaft, vermutlich. Ihr geht auf Film-Tour. Wer hatte die Idee zum Film?
Susi Lehmann: Hm, wir beide.
Maggy Kalus: Aber du bist eigentlich die Filmbeauftragte, weil beim Eiger Ultra-Tale, muss man kurz anmerken, hatten wir auch schon einen kleinen Film. Das war aber nur so ein halbstündiges Ding, was bei so einem Filmfestival lief, beim alten Filmfestivall, und was man jetzt bei Vimeo streamen kann, übrigens, und bei dem Run Skills Account. Aber Susi ist eigentlich von uns beiden eher die, ich sag mal, kreative und auch die so visuell immer so irgendwie die Beauftragte ist. Und ich weiß noch, dass damals beim Eiger hast du gesagt, oh, wäre doch cool, wenn wir jemanden dabei hätten, der uns irgendwie vielleicht ein paar coole Fotos macht. Weil so was macht man vielleicht im Leben nie mehr. The little did we know, dass wir drei Jahre später wieder laufen. Das ist so once in a lifetime, wenn wir da Eiger Ultra-Trail laufen. Und dann hatten wir eben Kumpels dabei, die das gefilmt haben, aber ohne am Anfang zu planen, dass daraus auch dann so ein kleiner Kino filmen wird. Und für den, wir, Althina, haben wir dann beide gesagt, wenn wir so was Krasses machen, dann nehmen wir da auch wieder jemanden mit, der das verfilmt, aber diesmal ein bisschen professioneller. Weil eigentlich ist das ein saufoles Abenteuer für andere zum Anschauen, aber auch für uns. Aber trotzdem ist für mich so sie im Herzen immer die Filmbeauftragte.
Susi Lehmann: Weil ich dann auch da sitze und mitschneide und die Musik raussuche und so. Also das war bei dem Eigerfilm so, ja, das ist dann immer ein bisschen, da kommt der Perfektionist, Designer, was auch immer durch. Aber so für diesen, für dieses Projekt war das schon so unsere gemeinsame Idee, dass wir das gern verfilmt haben wollen. Und ja, weil wie gesagt, vielleicht macht man sowas nie wieder und klar, auch die Erinnerungen reichen. An sich, aber wir haben ja jetzt schon die erste Version des Films gesehen und das ist schon nochmal was anderes, wenn man das dann nochmal sieht und sich so denkt, okay, das habe ich wirklich gemacht, das ist wirklich passiert.
Martin Grüning: Bevor ich's nachher vergesse, wo findet man die Infos zur Filmtour?
Susi Lehmann: Die findet man auf unserer Website www.running-via-alpina.com. Da sind alle Städte, die wir sozusagen besuchen, drin und da kann man auch die Tickets kaufen. Also es ist alles auf der Website oder halt wenn man bei uns auf den Insta-Kanal geht, auf unsere Profile, da haben wir das auch in der Instagram-View, haben wir glaube ich auch den Link beide drin. Oder wenn man es, glaube ich, googelt, findet man es auch. Und ja, da kann man die Tickets schon kaufen.
Martin Grüning: Also wir werden es natürlich auch in unseren Show Notes noch mal vermerken. Logisch. Und natürlich werden wir als Redaktion. Ihr seid auch in Hamburg, oder?
Susi Lehmann: Wir sind auch in Hamburg. Dann werden wir natürlich vorbeikommen, logisch. Ja, sagt Bescheid, wenn ihr ein Ticket braucht oder wie viele ihr kommen wollt, also...
Martin Grüning: Wir wollen euch ja unterstützen, deswegen kaufen wir die. Hallo. Das ist aber lieb. Du, das ist für mich noch eine Frage. Finanziert sich dieser Film von selbst? Hat der Robert Geissen da einfach sein sein Geld reingesteckt?
Susi Lehmann: Wo ist Robert Geiss, wenn man ihn mal braucht für Sponsoring? Das ist wirklich eine gute Frage. Kann Maggie noch mehr zu sagen, die war, nämlich ich bin eher so die kreativ beauftragte und ich schneide auch mal einen Trailer, aber Maggie muss das Geld eintreiben. Ich bin die Logistik, ich bin die logistik. Die Logistika Geld machen wir beide, aber du hast ja das Funding aufgesetzt.
Maggy Kalus: Genau, also wir hatten im Vorfeld uns im Endeffekt mit einer professionellen Filmagentur an dieser Stelle, Kulos gehen rauf an, Ravierfilmen in Dresden, die auch den Tiert und die Welsmann Jonas Deichmann verfilmt haben, in Verbindung gesetzt und haben im Endefekt, und die das spannend haben, sie halt machen sie, und dann haben wir im Endeeffekt so eine, ich sag mal... Verschiedenste Finanzierungswege, einmal ein Crowdfunding gemacht, wo uns unsere Follower und Freunde stark unterstützt haben. An der Stelle auch nochmal vielen Dank an alle, die entweder im Crowdfunding was gespendet haben oder auch unsere Goodies oder Tickets damals schon gekauft haben. Kann man da noch? Soll man da? Ne, Crowdfunding ist sozusagen abgeschlossen mit dem Start, also mit dem Ende des Projekts abgeschlossen gewesen. Jetzt gibt es noch die Kino-Tickets. Aber dann gibt es natürlich noch Sponsoren, Brands, die investiert haben in den Filmen. Es gibt eine Finanzierung, also eine Filmförderung, aber das macht eben alles die Filmproduktionsagentur. Wir hatten damals das Crowdfunding und wir hatten diverse Sponsoren, die über uns gekommen sind. Wir hatten dann noch eine Agentur, die sich auch mit dem Thema Sponsoring, Akquise beschäftigt hatte. Also sehr, sehr viele verschiedene Wege, wie sozusagen Liquidität für dieses Projekt erzeugt wird. Und natürlich jetzt der Verkauf der Kino Tickets, vielleicht dann im Nachhinein auch nochmal Streaming. Aber insgesamt kann man schon mal sagen, dass sowas für uns als die Darsteller eher schon auch eine Liebhaberei ist. Also, reich werden tut man mit so... Ich werde mal einen Film machen, wenn man nicht Schauspieler ist oder so eine Produktionsagentur hat. Nicht. Aber natürlich generiert man dadurch auch reichweite Aufmerksamkeit und vielleicht für die Zukunft dann eben Vorträge, Projekte, Coachings, was auch immer damit kommen.
Martin Grüning: Sag mal, Susi, du hast eben gesagt, ihr seid auch selbst vor Ort teilweise bei den Vorführungen, Filmvorführungen und Tanz zum Film oder unterlegt?
Susi Lehmann: Vielleicht rennen wir rein mit unserem Outfit, auch gut. Ja, es gibt 15 Stops und das, also vorerst, das ist alles noch to be defined, aber 15 Stopps sind jetzt sicher. Das ist wirklich, das deckt einmal grob gesehen ganz Deutschland ab. Und wir sind in den fünf größten Städten München, Köln, Hamburg, Berlin und Dresden sind wir beide da. Und dann... Besuchen wir beide jeweils noch mal fünf Kinos, wo eine von uns dann da ist. Die Maggie ist dann so mehr in Westdeutschland und ich bin dann eher so in Norddeutschen unterwegs. Und so kann quasi jeder, der auch irgendwie uns beim Crowdfunding unterstützt hat oder uns gern treffen will, halt hat dann die Möglichkeit, uns da zu sehen. Da gibt es dann auch ein Q&A, es gibt auch Premium-Tickets, da gibt es da noch mal ein bisschen mehr für die Leute, wie signiertes Poster und so weiter. Das sieht man aber auch alles auf der Website. Und wenn das dann gut läuft, oder je nachdem, wie sich das jetzt entwickelt, hoffen wir natürlich auch, dass der Film zu unseren Freunden in die Schweiz kommt, denn da war natürlich... Und Österreich. Und Österreich, ja, aber die Frage nach der Schweiz war schon groß. Also da kam wirklich immer Feedback. Kommt ihr auch in die Schweizer? In die Schweiz? Klar, wir sind natürlich... Durchs Trailrunning ist man ja auch viel in der Schweiz und da ist einfach die Zielgruppe auch da. Und im Sommer gibt es wahrscheinlich noch Open Air, Kinoveranstaltungen. Das wäre auch cool. Und für alle, die gar keine Möglichkeit haben, in eine Stadt zu kommen, kommt es dann irgendwann auch mal auf eine Streaming-Plattform, aber da, also das ist A noch hin und B ist auch nichts irgendwie in Sack und Tüten, aber das ist natürlich schon das Ziel, das dann irgendwann jedem zugänglich zu machen. Aber cool wäre es natürlich, wenn die Leute ins Kino kommen, weil was wir auch von dem letzten Film gelernt haben ist, dass so ein Film auf einer Leinwand ... Mit dieser Atmosphäre und dem Ton ganz anders rüberkommt, als wenn man sich das später am Laptop anguckt. Deshalb würde ich auch mal Shout-out an alle Kinos machen, dass alle Leute mal mehr ins Kino gehen, weil das einfach ein ganz anderes Feeling ist, den Film zu gucken. Und ja, deshalb sind wir dann auch natürlich in Hamburg, wenn ihr hoffentlich auch vorbeikommt.
Martin Grüning: Wir kommen vorbei. Ich sage jetzt einfach, ich weiß zwar gerade gar nicht, wann der Termin ist, aber Anfang März, tlo.
Maggy Kalus: In Hamburg sind wir am 5. März.
Martin Grüning: Ja, das keine Ahnung. Aber ich glaube, da kommen wir auf jeden Fall hin. Das machen wir. Und wenn wir nicht dann hoffentlich ganz, ganz, ganz viele andere alle, die jetzt hier zugehört haben, sowieso. Ja, ich finde es weiterhin Grandios, die Idee. Ich finde es weiterhin und ich glaube so geht es ganz vielen der Zuhörerinnen auch super beeindruckend, wie man 50 Tage lang 40 Kilometer durch die Alpen rennen kann. Und ich vermute, wir werden noch viel mehr von euch hören. Ihr seid ja noch jung. Von daher, laufen kann man bis ins hohe Alter, sagt ein alter Mann.
Susi Lehmann: Ja, du bist doch eigentlich die Maschine von uns allen dreien hier, also jetzt mal Butter bei die Fische.
Martin Grüning: Nee, nee, nee. Was ihr da gemacht habt, ist schon grandios.
Susi Lehmann: Kiefe.
Martin Grüning: Natürlich!
Susi Lehmann: Krasse Sachen.
Martin Grüning: Krasse Sachen nicht. Nein, aber ich laufe jeden Tag. Genau deswegen ich bin gespannt, was wir von euch noch hören. Es werdet ihr uns ja dann bei der Filmtour. Kann man das euch ja auch direkt fragen. Vielleicht was so nächste Projekte sind. Und außerdem kann man natürlich auch auf euren Accounts das vermutlich verfolgen. Sag nochmal Ed, you are an adventure story ist der Count von Maggie und der Run Skills von Susi. Ihr jetzt angefixt seid und sagt, ich will noch mehr über die beiden wissen, dann da werdet ihr es. Und ich danke euch ganz herzlich für eine tolle, unterhaltsame Stunde. Und wir sehen uns dann, sage ich mal, in Hamburg.
Susi Lehmann: Ja, vielen Dank, dass wir hier sein durften, es war richtig cool und wie gesagt, wir laden alle recht herzlich ein, nach Hamburg zu kommen oder auch keine Ahnung, es gibt ja auch andere Städte, schaut da einfach mal rein und dann freue ich mich oder wir uns, wenn wir da ganz viele treffen. Vielen Dank!
Martin Grüning: Tschüss!
Ela Wildner: So wie ihr ja wisst, gibt es jetzt am Ende noch ein kleines Gewinnspiel für euch und zwar verlosen wir zwei mal zwei Tickets für die Kinotour. Das heißt zwei glückliche Gewinner bekommen jeweils zwei Ticket für eine Vorführung in der Stadt ihrer Wahl und jetzt müsst ihr natürlich noch wissen, wie ihr mitmachen könnt. Dazu schreibt uns bitte eine E-Mail an leserservice at runnersworld.de. Mit dem betreff Podcast-Gewinnspiel Und in der E-Mail lasst uns doch gerne einmal wissen, in welcher Stadt ihr den Film gerne sehen möchtet und welches Thema wir unbedingt mal im Podcast besprechen sollten. Mitmachen könnt ihr noch bis einschließlich 27. Februar 2026. Dann sage ich jetzt nur noch, viel Glück beim Gewinnspiel, viel Spaß im Kino und wir hören uns dann zur nächsten Podcast-Folge wieder. Freuen uns, wenn ihr dabei seid. Tschüss und bis zum nächsten Mal.