Ela Wildner: Hallo und herzlich Willkommen zu Runners World Podcast Folge 193. Schön, dass ihr dabei seid. Und in dieser Podcast Folge spielt jemand von euch eine ganz große Rolle bzw. Ist unser Gast dieser Folge. Wieso? Weshalb? Warum? Das erfahrt ihr in einem Moment in dieser Podcast Folge. Deswegen sage ich nur noch, ich bin Ela Wildner und wünsche euch jetzt ganz viel Spaß beim Anhören. So, schön, dann würde ich sagen, starten wir doch einfach mit Podcastfolge 193, die es ist. Und mit dieser Podcastfolgen starten, wir eine sozusagen neue Rubrik innerhalb unseres Podcasts. Die ist auf Initiative meines heutigen Gastes entstanden. Und zwar Markus Ziegler. Erstmal hallo und schön, dass wir heute sprechen und du mir zugeschaltet bist. Ich freue mich sehr.
Markus Ziegler: Ja, freut mich auch, dass ich dabei sein darf. Hab mich auch sehr gefreut über die positive Rückmeldung auf meine Anfrage und bin sehr gespannt heute.
Ela Wildner: Ja, genau. Wir sagen das ja auch immer und meinen das auch wirklich, dass man uns sehr, sehr gerne anschreiben kann mit Feedback, Ideen, Vorschlägen für den Podcast. Und ja, das hast du gemacht und uns so ganz grob zusammengefasst, angeschrieben und gesagt, hey, ich würde gerne meine Story bei euch im Podcast erzählen. Weil ich glaube, damit kann ich vielleicht andere Läufer und Läuferinnen inspirieren und denen was mitgeben und. Das glauben wir auch. Und deswegen haben wir gesagt, ja, der Markus, der kommt mal zu uns in den Podcast.
Markus Ziegler: Vielen Dank. Ja, genau. Also das war genau der Hintergrund. Und das hat ja auch einen ganz besonderen Anlass, weil ich bin letztes Jahr. Das war tatsächlich mein letzter Halbmarathon. Letztes Jahr, ich bin mehrere gelaufen. Aber da habe ich dann das erste Mal eine wirklich signifikante Bestzeit erreicht, die mich auch richtig stolz gemacht hat. Und dann reflektiert man ja ein bisschen, wie das so entstanden ist und warum und wieso. Und ich wurde tatsächlich auch aus dem Bekanntenkreis gefragt. Wie hast du denn das geschafft? Dann habe ich meine ganze Geschichte öfters erzählt im Bekanntenkreis und dann dachte ich mir, Mensch, vielleicht ist das auch eine Geschichte, die andere inspiriert und hilft an der Sache zu bleiben und Unwägbarkeiten zu verbinden und da weiterzumachen an dem Laufen.
Ela Wildner: Ja, schön. Freue ich mich auf jeden Fall sehr, jetzt eben diese Geschichte hier im Podcast zu besprechen, bevor wir dann, ich sag mal, vielleicht chronologisch vorgehen. Vielleicht einmal so zum Jetzt-Stand. Du wirst mir jetzt zugeschaltet aus Muggensturm. Wo liegt das? Also wo wohnst du und was machst du jetzt gerade so, wenn du vielleicht nicht läufst?
Markus Ziegler: Ganz genau. Also ich wohne im schönen Wuckensturm. Das ist ein bisschen südlich von Karlsruhe, ein bisschen näher an Rastatt tatsächlich. Das ist der nächstgrößere Ort. Und dort wohne ich jetzt seit gut zehn Jahren, um genau zu 11 Jahre in der Region. Und an meinem Dialekt hört man es. Ich bin eigentlich ursprünglich aus Mittelfranken, hatte eine kleine Ecke gemacht über München und dann bin ich hier in der Nähe von Karlstruhe gelandet. Und ja, wenn ich nicht laufe, dann arbeite ich tatsächlich viel. Ich habe eine Marketing-Leitungsstelle und da bin ich viel eingebunden. Aber schaffst trotz alledem das Laufen gut einzubinden in meinen tagtäglichen Tun und Machen und das gut miteinander zu verbinden.
Ela Wildner: Das ist ja auch ein großes Thema, wenn es dann Richtung, ich habe meine Bestzeit erreicht, geht. Gut, nähern wir uns doch mal dem Laufthema tatsächlich. Also, wie hat es bei dir angefangen? Wie bist du überhaupt ans Laufen gekommen, bevor du über Bestzeiten nachgedacht hast?
Markus Ziegler: Das ist tatsächlich eine sehr lange Geschichte, weil bevor ich mit dem Laufen begonnen habe, ging es noch gar nicht um Sport, noch gar nie um Laufen, sondern es ging eigentlich darum, gesund zu sein. Und das war im Kindesalter, da hatte ich sehr schlimm mit Asthma zu kämpfen und hab da sehr dran gelitten und über die Jahre, ja da gab es verschiedene Therapien, aber dann bin ich Schritt für Schritt an Sport gekommen, natürlich hat man auch mit den jugendlichen Drang und mit dem Bewegungsdrang, den man als Kind hat und als Jugendlicher auch, sich schon mit. Sportbeschäftiger. Das kam tatsächlich erst so im Alter von 12 Jahren bis in Fußball und dann mit dem Laufen viel, viel später. Der erste Halbmarathon war 2012 und seitdem bin ich drangeblieben.
Ela Wildner: Und 2012 warst du wie alt? Nur, dass man so...
Markus Ziegler: 2012 war ich, jetzt muss ich kurz rechnen, da war ich 33.
Ela Wildner: Also schon noch ein Stück von zwölf Jahre und Fußball bis zu 33 und erste Halbmarathon.
Markus Ziegler: Ja, also die Geschichte ist tatsächlich so, ich hatte im Alter von zwei bis zwölf Jahren circa sehr, sehr starkes Asthma und das hat mich sehr eingeschränkt. Damals, in dem Kindesalter, war es bei mir so, viele Ärzte wussten mit dem Thema noch nicht umzugehen. Von da waren eher so Therapie, Trial and Error, sage ich mal, und Sport war tatsächlich stückweit nicht empfohlen, gar nicht Sport zu machen, besser gesagt, um die Lunge nicht zu belasten. Und Ja, dem bin ich natürlich gefolgt, soweit ich es konnte, soveit ich's wollte. Meine Mutter hat dann auch immer sehr schön aufgepasst auf mich natürlich.
Ela Wildner: Dass du dich nicht überanstrengst, sportlich.
Markus Ziegler: Ganz genau, damit ich mich nicht überanstrenge. Also es war dann auch tatsächlich hier und da mal kritisch mit Asthmaanfällen, wo ich da im Krankenhaus lag. Und das war eine sehr intensive Phase, die noch so ein bisschen in Erinnerung ist. Und das Ganze hat sich begonnen, aufzulösen, als der erste Arzt begonnen hat, Sport mit in die Therapie einzuführen. Und das waren so eine sogenannte Asthma-Sportgruppe damals. Und das im Alter von sieben, acht Jahren. Wo es dann langsam besser wurde, langsam besser wurde. Aber immer noch war dieses Thema Asthma und wie stark bin ich überhaupt belastbar, war ein ganz großes Thema in meinem Leben und natürlich unter mütterlicher Vorsorge und mütternlicher Obhut immer sehr, sehr daran bedacht, nicht zu stark zu belasten. Und wie ich schon eingangs gesagt habe, der Bewegungsdrang stand ihm ein bisschen dagegen. In dem Alter war es viel Fußball, aber dann in dem Asthmassport war es auch Schwimmen vor Und ja, dazu kam dann tatsächlich auch noch das Thema Übergewicht, weil natürlich, wenn man keinen Sport macht, dann kommt das Thema übergewicht automatisch irgendwie mit dazu. Und ja interessanterweise kam dann vieles zusammen in der Mitte der Pubertät im Alter von 10, 11, 12 Jahren, wo ich dann die eine andere Abnehmaktion gemacht habe und dann auch noch mehr Sport gemacht habe. Wunden. War das plötzlich so, oh, es geht eigentlich doch ganz leicht, also konnte mich mehr belasten und der Arzt war noch sehr überrascht und dann bin ich tatsächlich drangeblieben damals.
Ela Wildner: Das ist ja auch ein total schöner Verlauf, weil wenn du sagst, du hattest Schwerastma, dann ist das ja wirklich so, ich bin krank und hab eigentlich eine ganz andere Sorge als dann irgendwann mal sowas wie Bestzeiten beim Laufen zu erreichen oder weiß ich nicht, ob du dann auch Fußballspieler werden wolltest oder so. Aber ja, dieser Gedanke ist ja vielleicht auch erst mal limitierend und den muss man vielleicht auch, oder über den muss man vielleicht erst mal hinwegkommen. Und es ist ja total schön, dass du das dann so gemerkt hast, dass du aber irgendwie doch was leisten kannst.
Markus Ziegler: Ja genau, das war tatsächlich für mich dieser Effekt, wo ich immer so ein bisschen gegen diesen ärztlichen Rat angekämpft habe, ich will jetzt nicht sagen, dass Ärzte den schlechten Rat gegeben haben, aber die wussten es einfach nicht besser und natürlich war da schonen ein ganz ganz wichtiger Bestandteil der Therapie, sich nicht überzubelasten, weil wenn dann erstmal ein Anfall auf einem Fußballplatz ist, dann ist das nämlich auch nicht mehr lustig.
Speaker 3: Ja.
Markus Ziegler: Aber ich habe in der Phase sehr gut kennengelernt, wie mein Körper funktioniert und was funktioniert und wo die Grenzen sind. Das lernt man tatsächlich auch sehr, sehr stark in diesen Asthma-Sportgruppen. Damals hat man das sehr, gut gelernt und so wusste ich, okay, da ist meine Grenze und da sollte ich jetzt nicht drüber gehen oder vielleicht langsam machen und interessanterweise hat man dann immer mehr, ich glaube, das war auch diese kindliche Neugier, habe ich immer mehr versucht, diese Grenze auszuloten, wo ist die denn, kann ich denn ein Stückchen und was Wie du sagst, richtigerweise erst mal das Thema Fußball. Natürlich, wie die Hunger hat man dann das Ziel Profi zu werden, aber das will ich natürlich nicht. Ich sage mal ganz gerne, er ist in einer Schwimmverletzung gescheitert, aber das war natürlich nicht so der Fall. Er ist einfach im Talent gescheitet, aber der Bewegungsdrang war da und da habe ich festgestellt, okay, es geht ja dann doch ganz viel und plötzlich kam das Abnehmen dazu und dann fiel alles plötzlich noch viel, viel leichter. Vielleicht zur Erläuterung, ich habe jetzt ungefähr die Kilogramm, die ich im Alter von 11 und 12 Jahren hatte.
Ela Wildner: Und da warst du aber von der Körpergröße wahrscheinlich noch nicht.
Markus Ziegler: Ganz genau, das sind ein paar Zentimeter Unterschied tatsächlich, also rund 15 bis 20 Zentimeter Unterschied sind da.
Speaker 4: Mhm.
Markus Ziegler: Und das sagt schon was aus und ja, damals hatte eigentlich keiner dran gedacht, dass der Junge irgendwann mal Langstrecken läuft oder intensiv Sport macht. Und das hat sich dann aber wirklich entwickelt nach und nach. Und als ich dann 17, 18 war, war ich auch tatsächlich Spargel Dürr. Da kam die Pubertät natürlich auch vollkommen mit rein. Und dann bin ich nach oben geschossen, nicht mehr weiter an Gewicht zugenommen. Aber das Laufen war immer noch nicht da. Also Langstreckerlauf konnte man mich immer noch jagen.
Ela Wildner: Also hattest du auch wirklich keine Lust drauf, so jetzt mal zwei Kilometer? Okay.
Markus Ziegler: Überhaupt nicht. Also ich kann dann gleich noch dazu kommen, wie das dann bei mir entstanden ist, das Langstreckenlaufen, als war ich eher in privater Umstand, der mich dann dazu bewegt hat, mal das Laufen anzufangen. Aber man konnte mich damals tatsächlich jagen mit 12 Minuten Läufe, diesen bekannten Coupa-Test, den es da gibt. Ganz beliebt bei den Fußball-Trainern in der Jugend, damals zumindest.
Ela Wildner: Aber nicht bei den Fußballspielenden in der Jugend, inklusive dir, okay.
Markus Ziegler: Ich hab immer scherzhaft gesagt, da muss ein Ball irgendwo liegen, dann laufe ich, aber wenn da kein Ball liegt dann lauf ich nicht.
Ela Wildner: Mhm, alles klar, so war das. Okay.
Markus Ziegler: Genau so war das, ja. Ja, und dann war das 18, 19, dann habe ich den Sport so ein bisschen hängen lassen, dann war es ein bisschen Squash spielen, aber dann, im Alter von, ich würde mal sagen 30, habe ich es wieder ein bisschen entdeckt, so 5 Kilometer Läufe. Damals hatte ich in München gewohnt, bin schön durch die Parks gelaufen, der eine andere kann sich damit vielleicht verbinden, Nürnfenburger Park da durch zu laufen, das ist schon ein Erlebnis, und da war dann die Kilometer und irgendwann hatte ich Mit meiner damaligen Freundin mussten wir getrennt voneinander leben, weil sie hatten einen Job in einer anderen Region. Und dann musste ich die Zeit vertreiben, so habe ich es damals auch tatsächlich formuliert. Ich musste mir die Zeit vertreiben. Und dann ging plötzlich Langstreckenlauf los. Das waren so Alter 31, 32. Und dann kam die Wette, lass uns dem Tegernsee Lauf machen mit Arbeitskollegen.
Ela Wildner: Okay, also es war Langstreckenlauf aus Langeweile und dann kam die Wette, die dich an die Startlinie von einer Laufveranstaltung gebracht hat.
Markus Ziegler: Ganz genau, im Büro hatten wir so eine kleine Gruppe gegründet und wir hatten uns dann gegenseitig angefeuert. Ich bin dann nur übrig geblieben, aber ich habe es durchgezogen.
Ela Wildner: Als einziger.
Markus Ziegler: Als Einziger, ja? Also wir waren zu viert, glaube ich, und alle aneinander und das geht an. Ich konnte nicht, hatte da noch einen Termin und kam noch was dazwischen und morgen fange ich an und all diese.
Ela Wildner: Ausregen. Natürlich, was dann immer so passiert. Ja, ja.
Markus Ziegler: Ganz genau und ich dachte mir, nee, ich ziehe das durch, weil Zeit habe ich und dann hatte ich auch eine schöne Laufstrecke mir rausgesucht natürlich, wo ich trainiert habe. Die war dann allerdings nur, das ist ein Learning für später, kann ich auch noch erzählen, die war allerdings nur zwölf Kilometer lang und das ist natürlich ein bisschen Mager, wie ich heute weiß, für einen Halbmarathon zu trainieren, 12 Kilometer.
Ela Wildner: Und genau, du bist dann mit 33 diesen Hype-Marathon gelaufen und jetzt hast du aber auch schon über Training gesprochen. Genau. Also das heißt seitdem trainierst du auch strukturierter und willst dich schon wirklich zu Zielen auch mal pushen.
Markus Ziegler: Ja, das war das Spannende. Damals hatte ich ja noch keine Ahnung von Trainingsplänen, als ich angefangen habe. Ich bin gelaufen, fünf Kilometer, zwei, drei Mal die Woche und dann am Wochenende vielleicht noch mal einen längeren Lauf. Aber die waren alles sehr, das waren eigentlich unstrukturiert. Das war sofort Rock'n'Roll und los geht's. Und dann gucken wir mal, wie weit wir kommen. Und das war auch alles okay. Ich habe ja so noch ein bisschen anderen Sport gemacht, wie Squash spielen oder Wandern. Und dann hatte ich so, ich sage mal natürlich eine gewisse Ausdauer. Auch aufgebaut, aber Struktur, der Trainingsplan war da überhaupt nicht da, also in keinster Art und Weise. Ich habe auch, um ehrlich zu sein, nicht beim ersten Halbmarathon dran gedacht, einen Trainings-Plan zu entwickeln, auch beim zweiten Halb-Marathon gar nicht dran gedacht. Ich bin einfach gelaufen.
Ela Wildner: Okay, also du hast es vorher so ein bisschen geübt und dann ...
Markus Ziegler: Genau, das war so die Neugier, wie schaffe ich es denn und wie mache ich das denn. Wie gesagt, dadurch, dass ich viel andere Bewegungen hatte, hat das dann geklappt. Ich hatte auch kein Gel dabei übrigens, was bei diesen Läufen relativ mager ausgestattet
Ela Wildner: Und eine Streckenverpflegung gab es wahrscheinlich auch nicht so.
Markus Ziegler: Also Streckenverpflegung war da am Tegernsee-Lauf, der findet ja im September statt, dieser bin ich endlich mal wieder mit dabei. Der war dabei, aber ich habe auch nicht drüber nachgedacht, wann trinke ich denn wieviel und esse ich jetzt ein Stück Apfel oder vielleicht doch nicht. Also alles so ein bisschen nach Gefühl und… Genau, alles nach Gefühl. Und das hat wirklich gut funktioniert. In den ersten beiden Läufen bin ich auch tatsächlich in der exakt gleichen Zeit gelaufen. Also 2012 und 2013. Auf die Sekunde. Genau, auf die Sekundenexakte Zeit. Kann man heute und danach gucken. Das war auch gar nicht so schlecht, als ich dann später festgestellt hatte, die Stunde 47. Ich glaube, 13 Sekunden waren es. Sehr gut. Ja, das war tatsächlich sehr, sehr spannend dann zu sehen und dann war ich da auch wirklich angeflxt nach diesen beiden Läufen am Tegernsee.
Ela Wildner: Würdest du sagen, dass du ein ehrgeiziger Mensch bist?
Markus Ziegler: Ich glaube schon, aber was mich tatsächlich am meisten bewegt hat, ist dieses Gefühl, das geschafft zu haben. Also gar nicht mal die Zeit. Die Zeit ist natürlich eins und als Läufer muss man ja stolz sein auf seine Zeit. Das geht ja auch gar nicht anders. Aber das Gefühl, es geschafft zu haben. Also ich bin auch immer einer, der jubelt, als ob er tatsächlich die Weltmeisterschaft gewonnen hätte oder Olympia gewonnen hat, wenn ins Ziel kommt. Das genieße ich jedes Mal aufs Neue und eigentlich ist es genau dieses Gefühl, wo ich dann haben möchte. Also die Zeit ist dann das I-Tüpfelchen, sag ich mal, und wenn es dann eine Bestzeit ist, dann macht das einen nochmal extra stolz, aber dieses Gefühl anzukommen und es wieder geschafft zu haben, das ist schon das, was mich antreibt an der Stelle.
Ela Wildner: Das finde ich total toll, dass du das so sagen kannst. Und ich freue mich ja immer richtig, wenn ich Leute sehe, die sich so, wie du das gerade beschreibst, freuen, wenn sie über die Ziellinie laufen. Und ist es dann manchmal so jetzt vor dem Hintergrund deiner Vorgeschichte, bevor wir gleich nochmal zu deiner Trainingsphilosophie kommen auf jeden Fall, ist es aber doch so, dass Du jetzt manchmal wegen deiner Vorgeschichte so Momente hast, wo Du dann durchatmest und denkst, boah. Es ist schon krass, was ich jetzt eigentlich doch geschafft habe, obwohl ich das als Kind nie geglaubt hätte.
Markus Ziegler: Also ja, auf jeden Fall. Ich glaube, am Ende des Tages habe ich immer mehr an mich geglaubt als alle anderen. Also einerseits natürlich durch die Erfahrung, die Grenzen auszuloten, das war eben in diesem Alter 11, 12, 13, wo ich dann fitter und fitter wurde, da habe ich dann auch gemerkt, okay, das schaffe ich und da ist meine Grenze. Jetzt gehe ich ein Stück weit und da sind meine Grenzen da und da verbessere ich mich hier und dann werde ich auch schneller. Aber auch, ich sage mal, den sogenannten Zweiflern, das klingt jetzt ziemlich heftig, aber... Natürlich gab es diejenigen, die gesagt haben, ne lieber nicht und pass auf und bloß nicht so schnell laufen und mach langsam und etc. Und natürlich habe ich immer auf mich aufgepasst und wie gesagt durch diese Asthma Sportgeschichte hat man sehr, sehr gut seinen Körper kennengelernt. Wo die Belastungsgrenzen sind, auch Atemtechniken hat man kennengelernen und das sind alles Dinge, die ich viel, viel früher erfahren habe, bevor ich mich irgendwie mit dem Thema Laufen überhaupt mit beschäftigt habe. Und das spielt jetzt schon eine enorme Rolle, wenn ich merke, okay, jetzt ist mein Puls auf 160 und jetzt muss ich mal ein bisschen runterfahren, dann weiß ich, okay das hilft auch, wenn ich dann wieder auf 155 bin, auch wenn es nur fünf Pulsschläge sind, das ist ein enormer Unterschied. Und diese Bewusstsein, das habe ich glaube ich in dieser Phase entwickelt und das hilft mir enorm und ja, es hat schon was auch damit zu tun, den Zweifel an das zu zeigen, dass ich es unter Kontrolle habe.
Ela Wildner: Also die Tatsache, dass du zweimal die exakt selbe Zeit gelaufen bist, spricht ja auch schon dafür, dass du ein total gutes Körpergefühl hast und ein Gefühl für dich selbst zu haben. Wäre das so ein Appell für die Leute da draußen? Hört auf euch und hört in euch rein und hört auch hin, was ihr schaffen könnt.
Markus Ziegler: Unbedingt, ja, unbedingt. Also ich glaube, das ist der wichtigste Ratschlag, den man eigentlich einem Läufer geben kann. Nicht an irgendwelche anderen orientieren, Instagram oder andere Vorbilder oder irgendwelchen Zeiten, die man irgendwann irgendwo liest, das Körpergefühl zu verstehen, sich zu verstehen was man schaffen kann und wo Grenzen sind und dann vielleicht auch eine Zwischenphase einlegen, die ein bisschen langsamer ist und dann wieder etwas schneller läuft. Das ist das Wichtigste, was eigentlich allen mitgeben kann, auf sich selbst zu hören. Und dann ist die Zeit, das ist am Ende eine Lebenssache und wenn man ins Ziel kommt, auch mit einer 2 Stunden 30 bei einem Halbmarathon und sich immer noch freut, als ob man gewonnen hätte, das es eigentlich das Beste. Und manchmal sieht man auch Läufe, die sich dann wirklich freuen ohne Ende bei 2 Stunden 30. Und da freue ich mich dann sogar auch noch, wenn ich das dann sehe. Weil ich kann dieses Gefühl komplett nachvollziehen. Ich bin einmal in eine richtig schlechte Zeit gelaufen, da hatte ich ganz schwierige Vorbereitungen, hatte eine Zerrung und dann war ich vier Wochen vorher nicht gelaufen und dann war es wirklich in schlechter Zeit und ich habe mich auch gefreut, ohne Ende, als ich dann bei zwei Stunden zwanzig ankam. Ich glaube, das funktioniert auch nur, wenn man sich selbst kennt und wenn man dann weiß, wie stolz man auf sich sein darf.
Ela Wildner: Ja, total schöne Botschaft. Ich merke, so Hype-Marathon ist auch total dein Ding, ne? Also, das ist so dein Herzensprojekt, Hype Marathon Strecke.
Markus Ziegler: Ja genau, also Halbmarathon, ich glaube dieses Jahr wird es der 28. Werden, wenn ich alle durchhabe.
Speaker 3: Okay. Wow.
Markus Ziegler: Also letztes Jahr habe ich den 20. Halbmarathon gelaufen, jetzt kommt im März der 23. Und ja, genau, das ist meine Strecke, die habe ich kennengelernt, als die Streccke, die für mich am besten funktioniert. Es steht auch noch ein Halb Marathon auf der Liste, irgendwann, die muss ich noch rausfinden, aber da habe ich mir vorgenommen, da mache ich einen richtig schönen Marathon, irgendwo, wo ich dann mit Sightseeing verbinden kann.
Ela Wildner: Also Marathon steht noch auf deiner Liste.
Markus Ziegler: Marathon steht auch auf der Liste. Also ich habe mich noch nicht angemeldet, aber das möchte ich irgendwie machen. Aber dann eine Strecke, wo ich richtig so Sightseeing machen kann. So ein Sight-seeing-Marathon, die Suche läuft. Ja, also ich habe ein paar auf der List.
Ela Wildner: Das heißt, wir könnten jetzt auch mal so den Aufruf machen, wer diesen Podcast hört und da die Empfehlung für dich hat, der ...
Markus Ziegler: Genau, so der schon mal in Osaka zum Beispiel gelaufen ist, der ist jetzt im Frühjahr hier in Japan. Der würde mich zum Beispiel interessieren.
Ela Wildner: Weil ich auch Japan-Fans bin. Bist du da schon mal Halbmarathon gelaufen?
Markus Ziegler: In Japan noch nicht. Im Ausland schon, ja.
Ela Wildner: Okay, und wo bist du gelaufen?
Markus Ziegler: Also ich bin in Salzburg gelaufen und wenn man so sagen darf, Auslands-Halbmarathon, ja der Bodensee-Lauf, der drei Länderlauf, der der Halbmaraton ja nur in zwei Länderlauf ist. Also von daher bin ich da auch in Österreich gelaufen, auch schon zweimal. Das ist auch meiner Bestzeit tatsächlich.
Ela Wildner: Okay, perfekte Überleitung zur Bestzeit und deinem Training, denn du hast auch so eine ganz spezielle Trainingsphilosophie, mit der du das jetzt erreicht hast und hattest ja auch vorhin schon angedeutet, da wurdest du schon nach gefragt, wie hast du das denn jetzt gemacht? Das möchte ich natürlich jetzt auch unbedingt von dir wissen. Wie hast du denn das gemacht?
Markus Ziegler: Genau, ich habe ja gesagt, ich bin beruflich ziemlich eingebunden, von daher habe ich mir meinen Trainingsplan letztendlich so entwickelt, dass ich früh morgens laufen gehe und unter der Woche an Werktagen ist das in der Regel Dienstag bis Freitag und das ist tatsächlich sehr, sehr früh morgen. Also wer irgendwann mal in Muckensturm um 5.15 Uhr unterwegs ist, der hat eine große Chance, mich zu sehen, da laufe ich dort den Radweg über die Wiesen hinten und kann mich daran sehen, da laufe ich so eine 4,3 Kilometer Runde.
Ela Wildner: Okay, also eine eher kleine Runde.
Markus Ziegler: Eine kleine Runde, mal entspannt, mal ein bisschen schnell, mal Intervall, also je nachdem wie ich Lust habe und je nach dem wie es auch passt, den Trainingsplan und dann am Wochenende, da ist in der Regel der Sunday ist mein Run-Day, ist auch ein bisschen typisch, Sunday-Run-Day auf jeden Fall, da laufe ich dann eine relativ lange Strecke, da sind es dann zwischen 15 und 19 Kilometer. Da aber auch je nachdem wie ich drauf bin, mal ist das tatsächlich sogar eine Marathon-Geschwindigkeit oder Halb Marathon Geschwindigkeit und manchmal auch sehr entspannt.
Ela Wildner: Okay, das heißt, du hast wirklich auch komplett deine eigene Trainingsphilosophie entwickelt und hast gar nicht so, also ich meine, bei uns gibt es ja zum Beispiel auch Trainingspläne, die man sich runterladen und nutzen kann, es gibt ganz viele Bücher, da sagst du, das brauche ich alles nicht, ich höre auf mich und mit dieser meiner Trainingsmethode funktioniert das richtig gut.
Markus Ziegler: Ich glaube, es ist so ein bisschen eine Mischung, wenn ich ehrlich bin, weil man ist auch in seiner Bubble unterwegs und man bekommt der Input von rechts links und also ist glaube ich so eine Mschung und ich habe natürlich Intervall mit eingebaut, aber es ist jetzt nicht, dass ich strikt nach einem ganz konkreten Plan und jetzt wirklich diese bestimmten Uhrzeiten und hier dann nochmal Krafttraining einbauen. Ich glaube ich höre da wirklich sehr, sehr stark auf mich selber, das ist eigentlich die erste Priorität und dann nehme ich den Input, von den unterschiedlichen Plänen. Oder Zeitschriften oder eben auch natürlich aus eurem Podcast mit auf und guckt da, was kann ich da noch einbauen, was kann ich dann noch für mich optimieren und wie passt das rein. Für mich ist eigentlich die Oberstdimmisse Spaß zu haben an der Sache, weil wenn ich das zu stark nach einem vorgegebenen Plan mache, dann ist das für mich fast schon wieder Stress. Weil du dann laufen musst. Ja, dann habe ich das Gefühl, ich muss das jetzt so befolgen und wenn ich jetzt Einmal ziemlich. Ziemlich lange und ziemlich anstrengend auch manchmal. Und dann baue ich das früh morgens ein, dann will ich eigentlich keinen stressigen Lauf haben. Früh morgens ist ein entspannter Lauf. Das ist eigentlich eher so zum Wachwerden. Und dann ist es halt eine 530 pro Kilometer. Ja, okay, alles gut. Kein Stress.
Ela Wildner: Was ja jetzt auch noch nicht so langsam ist für viele, die uns zuhören, glaube ich, ne? Ja, okay. Ne, verstehe ich. Und 5.15 Uhr ist auch echt früh.
Markus Ziegler: Also das haben wir so eingependelt hier bei uns zu Hause, meine Frau und ich, wir sind Frühaufsteher, das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass wir, also wir haben drei Haustiere, zwei davon sind Vögel, einer davon ist ein Hund und die Vöge werden dann zuerst versorgt, dann gibt es einen Kaffee und dann gehe ich raus und dann, wenn ich zurückkomme, geht es mit dem Hund raus und passt wunderbar in den Zeitplan für morgens und somit hat das gar nichts mehr mit Stress zu tun, sondern ist einfach so ein Teil des Wachwerdens und fast schon eine morgendliche Prozedur, die ich immer wieder mache und naja, also, funktioniert sehr gut.
Ela Wildner: Das klingt auf jeden Fall auch nach einer guten Routine so, und wenn man das als Routine etabliert, dann denkt man wahrscheinlich auch irgendwann gar nicht mehr drüber nach. Also du denkst wahrscheinlich nicht mehr, oder ihr, ist das jetzt früh und man muss aufstehen, sondern es ist ja dann auch schön, wenn man da so die Zeit für sich hat.
Markus Ziegler: Genau, also wir sind schon immer so früh aufgestanden, aber was ich dann letztes Jahr mir überlegt hatte, ist, ich kann ja diese Zeit tatsächlich nutzen, anstatt jetzt hier irgendwelche Sachen auf dem Handy dann zu gucken und dann langsam wach zu werden, kann ich ja tatsächlich nutzen diese 20, 25 Minuten laufen zu gehen und das habe ich letztes Jahre eingeführt und das hat tatsächlich für mich den, wenn ich das sagen darf, den Booster geschaffen für die Bestzeit an, dass ich das auch als Trainingsmethode oder als einen Trainingsplan für mich entdeckt habe, dass es funktioniert. Die Zeit gelaufen bin, die ich letztendlich gelaufen
Ela Wildner: Okay, das heißt, du kommst dadurch auch einfach auf mehr Trainingskilometer, weil es vorher doch so war. Kennen, glaube ich, viele, die zuhören, stressiger Bürotag. Ja, gut, dann gehe ich jetzt abends doch nicht mehr laufen und dann war es das eben. Wenn du es morgens schon gemacht hast, sind die Kilometer im Buch.
Markus Ziegler: Genau, du hast ja gesagt, inspirieren und das ist eigentlich so auch ein Teil der Botschaft, die ich loswerden möchte. Einen Grund nicht zu laufen, den findet man immer, das ist gar kein Problem. Ja. Also ich glaube, das könnte jeder. Aber eigentlich gibt es ja keinen Grund. Also jeder hat so seine Grundausstattung und Laufklamotten, Schuhe, ist ja schon mal das Wichtigste. Dann hat eigentlich mittlerweile auch jeder irgendeine Regenjacke oder irgendetwas für das schlechte Wetter. Also eigentlich gibt's keine Ausrede mehr. Die einzige Ausrede wäre noch, wenn es drei Meter Schnee hätte und man hat keine Schuhe dazu, aber das hat es jetzt doch recht selten. Und von daher habe ich für mich tatsächlich das so festgelegt. Ich gehe nach dem Kaffee morgens, gehe ich laufen und das ist dann die Routine geworden. Dann gibt es eigentlich mit mir gar keine Diskussion mehr. Ja, und dann bin ich auch für mich alleine. Das ist auch was, was ich genieße beim Laufen. Dann sehe ich auch auf dem Wiesen, dass eine andere Krähe rumspringen, den anderen Hasen. Das ist dann auch... Wunderbar, fast schon therapeutisch zum Aufwachen und schafft ein ganz angenehmes Gefühl, um den Tag zu starten und man kommt dann im Büro an oder am Computer an und sagt dann okay, Haken, das habe ich schon erledigt, wunderbar und kann schon sagen, okay, da bin ich stolz drauf.
Ela Wildner: Hast du denn noch eine Wunschbestzeit, die du auf dem Halbmarathon mit deinem Trainingssystem angehen möchtest?
Markus Ziegler: Ja, also nach meiner Zeit im letzten Herbst ist natürlich der Hunger gewachsen. Ich bin jetzt schon etwas älter, aber trotzdem ist der Hunger noch da, noch mal eins oben drauf zu setzen. Vielleicht für alle Zuhörer, ich bin 1,39 gelaufen letztes Jahr.
Ela Wildner: Das haben wir noch gar nicht gesagt, oder?
Markus Ziegler: Haben wir noch nicht gesagt, beim Bodensee Halbmarathon und das war völlig wider erwarten. Ziel war eigentlich meine 1,45 endlich mal zu knacken, das habe ich dann geschafft.
Ela Wildner: Dann warst du ja so locker drunter. Wow, okay.
Markus Ziegler: Genau, hatte ich aber gar nicht erwartet. Ich kam plötzlich im Ziel an und hab dann 1.39 auf die Uhr gesehen und dachte mir, okay, kann doch gar nicht wahr sein. Hab dann nochmal geguckt, kann gar nicht war sein. Hat irgendjemand noch ein Foto gemacht, das Foto hab ich leider nicht bekommen. Das ist irgendwie doof gelesen, aber trotzdem, also der Stolz ist ja nach wie vor da, das ist ja das, was mich auch antreibt. Und dann bin ich weggegangen, hab dann meine Frau getroffen, da außen und dann denke ich, was jetzt als nächstes? Okay, eigentlich war da noch Luft.
Ela Wildner: Okay, also du warst jetzt auch nicht so, ich bin komplett am Ende und die Zunge hing ja auf dem Boden, sondern du hättest noch locker weiter laufen können.
Markus Ziegler: Ja, locker relativ, aber ich habe schon gemerkt, da ist noch irgendwo ein bisschen was da, was man noch verbessern kann und sei es jetzt nochmal die letzten zwei Kilometer, nochmal 20 Sekunden rauszuholen oder solche Dinge, aber dann habe ich gemerkt okay, eigentlich dieses Trainingsmodell, was ich mir geschaffen habe, das funktioniert wunderbar für mich, das stresst mich auch nicht in meinen Alltag, das passt wunderbar zu meinem Leben und das mache ich jetzt einfach weiter.
Speaker 3: Bis zum nächsten Mal.
Markus Ziegler: Ja, also von daher ist auch wirklich das Ziel jetzt bei meinem nächsten Halbmarathon unter die 1,39 zu kommen und eigentlich möchte ich auch nochmal unter die 1.35 kommen, aber ich glaube dann wird irgendwann das Alter wahrscheinlich dagegen arbeiten und dann werde ich mich an den Rängen orientieren, also in meiner Altersklasse. Das ist ja auch dann motivierend, wenn man sich dann die Reingestellten schaut. Aber wie gesagt, also das Wichtigste, was mich eigentlich wirklich immer wieder antreibt, ist dann wirklich ins Ziel zu kommen und diesen dann stolz zu sein drauf, dass man es geschafft hat. Das ist ja auch oft so, das kennen bestimmt auch viele Hörer, wenn man das dann erzählt an zu Leuten außerhalb der Puppe, man ist Halbmarathon gelaufen, dann ist die Frage, ja, welche Zeiten? Sagt man ganz stolz seine Zeit und dann kommt er erst mal, ganz schön gut. Aber schon allein mit dieser Reaktion, ganz schon gut, weiß man, die haben da eigentlich gar keinen echten Bezug zu dieser Zeit und man weiß gar nicht, ob die eigentlich genau wissen was. Es bedeuten, einen Halbmarathon zu laufen oder darauf zu trainieren. Und von daher so sehe ich es eigentlich mittlerweile. Also vor gut 20, 30 Jahren hätte nie jemand gedacht, dass jemand einen Halben Marathon laufe. Von daher, die Zeit ist eigentlich vollkommen egal. Die Zeit ist am Ende wirklich nur was für mich persönlich, eigentlich das geschafft zu haben. Das ist eigentlich schon eine Leistung. Und natürlich ist das Halb Marathon so eine Strecke, ich sag mal, für diejenigen, die ambitioniert sind. Das ist wahrscheinlich die erste größere Stufe, die die viele laufen. Man schon stolz sein drauf und dann ist die Zeit vollkommen egal und ob das jetzt zwei Stunden sind oder noch länger ist auch genauso egal. Ich glaube man darf da einfach stolz drauf sein.
Ela Wildner: Ja, das darf man definitiv, aber ich finde es trotzdem auch schön, wie du sagst, man darf sich auch Ziele setzen und wenn da der Ehrgeiz geweckt ist, ist es ja auch schön das dann anzugehen. Bist du denn heute, ich weiß nicht, ob man das so sagt, geheilt, also bist du immer noch Asthmatiker und hast du damit noch Probleme oder ist das wirklich gar nicht mehr in deinem Leben?
Markus Ziegler: Also es ist, ich glaube, im Hinterkopf ist noch ganz stark präsent, weil diese Phase einfach so intensiv war und wenn jetzt irgendwelche Anzeichen kämen, dann müsste ich das sofort zuzuordnen. Okay. Dann müsste ich es sofort, okay, jetzt machen wir langsam, jetzt mach mal deine Atemtechnik, das könnte ich glaube ich sehr, sehr schnell zuordnen, tatsächlich bin ich beschwerdefrei, komplett, ich glaub sonst könnte ja auch kein Halbmarathon laufen, das würde einfach auch nicht gehen und schon gar nicht in der Zeit. Was ab und zu einschlägt sind Allergien, weil es war bei mir allergisches Asthma-Bronchiale. Also wenn Allergiene kommen, dann juckt es halt hier und da mal so ein bisschen, aber auch da habe ich gelernt dann eben nicht zu kratzen, weil das macht es dann nur noch schlimmer.
Ela Wildner: Okay, also auch so ein mentaler Faktor dann.
Markus Ziegler: Ja, genau. Also einfach aushalten, sage ich mal, und dann gibt es die kleinen Mittelchen, die vielleicht dagegen wirken wie Antihistaminika.
Ela Wildner: So was man auch bei Heuschnupfen nehmen kann, glaube ich.
Markus Ziegler: Antialergische Mittel, die kurz mal dagegen wirken. Aber also Beschwerden habe ich eigentlich keine mehr aus dieser Zeit.
Ela Wildner: Du hast eben auch von der Laufbubble gesprochen, dass du innerhalb und außerhalb, dass da die Reaktionen anders sind. Wie bist du denn in der Lufbubblle? Also trainierst du tatsächlich auch mal in einer Laufgruppe, also die Betriebssportgruppe die war ja dann jetzt nicht so dauerhaft ambitionierter, habe ich mir behalten. Aber hast du irgendwie einen Laufverein oder ja genau, sonst eine Lauf-gruppe mit der du da regelmäßig unterwegs bist?
Markus Ziegler: Also ich laufe tatsächlich am liebsten alleine, kann ich auch gleich noch erläutern, warum. Aber bei uns in der Firma, wo ich jetzt arbeite, da gibt es, ich sag mal, Laufgruppen oder Laufambitionierte und dann gibt es die Beatrun oder die Badische Meile, die übrigens keine Meile ist, sondern 8,8 Kilometer, so eine Besonderheit, kann man gerne mal nachlesen, ob man das was damit zu tun hat, da bin ich dann auch ab und an mal mit am Start, nicht so häufig, manchmal ist es dann terminlich nicht so einfach. Da bin ich schon dabei, aber ich laufe tatsächlich sehr gerne für mich alleine, wenn ich trainiere, weil ich habe so das Gefühl, da spüre ich nochmal viel mehr, was funktioniert und was nicht so gut funktioniert.
Ela Wildner: Ja, okay.
Markus Ziegler: Das ist auch vielleicht so ein kleiner Tick, so dieses Quatschen beim Laufen, das kann ich gar nicht. Also ich möchte mich hören, ich möchte die Natur hören, ich möchte nicht spüren sozusagen, wie ich mich vorbewege, wenn es wirklich leicht zwickt, dass ich das dann leicht anpasse und dann weiterlaufe und da wirklich sehr auf meinem Körper höre.
Ela Wildner: Ja, ist ein guter Punkt und sehr plausibel nach allem, was du erzählt hast und ist ja auch letztlich einfach Typ-Sache, ob man das genießen kann, in der Gruppe zu laufen oder wirklich diese Zeit für sich dann hat und genießt.
Markus Ziegler: Genau. Ich glaube, ich bin auch, das können vielleicht auch einige nachvollziehen, im Fittenstuhl laufen ist auch nochmal ein komplett anderes Gefühl wie draußen laufen. Und ich mag das wirklich draußen laufen, also auch jetzt, als der Winter war, der war mit anderen relativ kalt, auch hier im Süden, hat es mal minus acht Grad gehabt. Auch da war ich am Sonntag draußen, natürlich dick eingepackt. Aber auch das funktioniert dann. Und aber das dann zu spüren, die Natur zu sehen, Natur zu spühren. Wie gesagt, ich habe diesen vor, dass ich eigentlich bei meiner Sonntagsrunde auf jeden Fall Rehe sehe, also wir haben dort immer bestimmte Plätze und morgens blitzt dann auch mal so ein paar Augen aus dem Gebüsch raus, dann sieht man auch, da ist irgendwas unterwegs, das sind so diese Motivatoren, die ich da dann irgendwie bekomme und ich glaube, das würde ich missen, wenn ich das jetzt nicht hätte und wenn ich jetzt nur vielleicht im Fitnessstudio wäre und dort auf dem Laufband oder vielleicht da durch die Unterhaltung oder durch Kopfhörer irgendwie abgedenkt wäre.
Ela Wildner: Ja, mir fällt dazu der englische Ausdruck, never change a winning system ein, also was gut ist, das braucht man auch nicht ändern, so frei übersetzt und das ist es ja auch, ne? Also wenn das für dich super gut funktioniert, warum solltest du es anders machen?
Markus Ziegler: Ganz genau erst sehe ich das letzte Ende auch.
Ela Wildner: Ich hatte dich ja im Vorhinein um so ein paar Stichpunkte gebeten, die dir wichtig sind. Und eine Sache wollte ich jetzt noch unbedingt nachfragen. Da hast du deine drei nicht verhandelbaren Trainingsregeln notiert. Haben wir die jetzt schon so zwischendrin abgedeckt oder sind es noch drei andere, die wir so explizit einmal herausarbeiten müssen?
Markus Ziegler: Also ich glaube so, die sind schon mit abgedeckt, dass das eine ist auf jeden Fall und dass sie eigentlich die Prämisse Spaß haben. Also ohne Spaß ist einfach Quatsch, ich glaube, wer sich zum Laufen zwingt und dann durchs Laufen durchzwingt, der wird nicht lange Spaß haben, man sieht es ja immer schön bei den Vorsätzen, auch im Bekanntenkreis, dann sagt man, ich möchte mehr Sport machen dieses Jahr und ich habe jetzt das Laufen begonnen, ich habe eine neue Schuh gekauft, etc. Etc. Das sind natürlich alles Faktoren, die vielleicht helfen Spaß zu haben, aber wenn man dann beim Laufen selbst keinen Spaß hat, dann ist es auch nichts langfristiges und das ist eigentlich die Prämisse Nummer eins für mich, dass man Spaß dabei hat. Dann das andere ist, dass man nicht quatscht, also nicht redet beim Laufen und tatsächlich in meinem Fall ohne Kopfhörer.
Ela Wildner: Okay, das sind also deine drei nicht verhandelbaren Trainingsregeln oder die drei Säulen deiner Trainingsphilosophie vielleicht.
Markus Ziegler: Ja, ich glaube, so die Grundlagen meiner Trainingsphilosophie, weil das Thema Spaß war eigentlich von Anbeginn mit dabei. Und ich glaube das schließt sich auch ganz schön mit dieser Bogen zu nehmen, was ich vorhin mal gesagt habe, dass wenn man Ball vorne hingelegt hat, ich als kleine Junge, dann bin ich gerannt. Und das hat natürlich auch was mit Spaß zu tun. Und diesen Spaß habe ich dann erst im Laufe der Zeit kennengelernt, über das Laufen, dass das auch ohne Fußball gut funktioniert bei mir. Hätte ich diesen Spaß nicht, dann wäre ich, glaube ich, nie dran geblieben bei Öllaufen. Dann hätte es nie in der Form klappen können, dass ich halb Malatons laufe und dass ich da auch die Zeiten verbessere.
Ela Wildner: Also ein bisschen dranbleiben ist vielleicht schon nötig, bis es Spaß macht zu laufen, weil so ein bisschen Grundform muss man sich vielleicht ertrainieren.
Markus Ziegler: Ja, aber ich glaube wirklich sehr stark dran, dass es keine echte Ausrede geben kann, nicht zu laufen. Da glaube ich sehr stark daran. Es gibt Unwägbarkeiten auf jeden Fall, aber es heißt ja wirklich nicht, dass man direkt mit einer super Zeit anfangen muss. Man kann ja wirklich auch mit einer schlechten Zeit anfange und einen Kilometer laufen erstmal oder zwei Kilometer laufen. Also jeder hat ja mal begonnen zu laufen. Der eine hat vielleicht einen größeren Schritt gemacht, also auch kein Problem mit kleinen Schritt zu machen oder vielleicht auch mal mit den Walken zu beginnen und sich dann darüber zu verbessern.
Ela Wildner: Stimmt, ja.
Markus Ziegler: Und für mich ist dann eben dieser Punkt Spaß zu haben, ist eigentlich fast schon der Antrieb, dann eine Stufe weiterzugehen.
Ela Wildner: Und heute ist sozusagen das Hype-Marathon-Ziel und vielleicht auch die neue Bestzeit der Ball, der am Ende da liegt und dich zum Laufen bringt.
Markus Ziegler: Sehr genau, ganz genau.
Ela Wildner: Ja, sehr schön. Ja, also nach all was ich gehört habe, bin ich da auch guter Dinge, dass das jetzt mit der neuen Bestzeit wieder klappen wird. Sag noch, teilst du denn deine Läufe oder etwas vom Laufen auch irgendwie bei Social? Also gibt es da einen Kanal, wo man dir folgen kann?
Markus Ziegler: Ja, also ich bin auf Social Media, ich glaube die Adresse ist marcus.ziekler1409, die werden es dann bestimmt finden. Schreiben wir in die Show Notes. Ich teile meinen Läufe, ich habe nicht so viel verlor, wie gesagt, ich mache es wirklich für mich, ich mach es jetzt nicht für irgendeine Community, aber natürlich freue mich auch über Likes, wie irgendwie jeder, aber da teile ich natürlich meine Laufergebnisse und auch hier und da mal die Vorbereitung, der nächste Lauf ist in Kandel, danach ist ein Lauf, auf den ich tatsächlich ganz besonders freue, Ende März in Italien.
Ela Wildner: Oh, schön. Was gibt's da?
Markus Ziegler: Da bin ich in Maranello, da geht es von Maranelo nach Morina, der sogenannte Ferrari Marathon.
Ela Wildner: Ist das auf einer Ferrari Strecke oder warum ist das so?
Markus Ziegler: Ja, tatsächlich. Man läuft ein Stück weit auf der Rennstrecke und dann wohlt auch durch die Ferrari-Fabrik durch und da freue ich mich schon riesig drauf. Ich als kleiner Autofanatiker.
Ela Wildner: Okay, dann passt das natürlich.
Markus Ziegler: Dann passt es auch wieder.
Ela Wildner: Schön. Ja, dann hast du ja schon richtig was vor auch wieder für dieses Jahr.
Markus Ziegler: Naja, also das ist auch ein Prozeder, was eigentlich typisch immer ist bei mir. Am Ende des Jahres geht es in die Planung für das nächste Jahr. Und früher habe ich immer ein Jahr pro Jahr ein Halbmarathon geplant. Mittlerweile ist es ein bisschen mehr geworden, weil man kann es ja schön strecken. Und wenn man beim Training dran bleibt, dann muss man auch nicht mehr so aufbauen. Also ich bin ja im Winter über auch drangeblieben beim Training. Und somit sind es dieses Jahr tatsächlich sechs Halb Marathons. Und ja, die ersten zwei jetzt im März und dann ist ein bisschen Pause, dann geht's im Juni weiter. Dann ist eine im August und dann zwei im Herbst.
Ela Wildner: Okay, ich bin beeindruckt. Das Programm steht fest. Und wenn dann jetzt vielleicht sogar noch ein Marathon dazukommt?
Markus Ziegler: Also nicht mehr dieses Jahr, weil ich muss mich ja dann erstmal anmelden, wenn das eine dieser Großen werden muss. Das ist ja dann über die Lotterie und Auswahl, dann ist noch ganz viel Daumen drücken und Gebete in den Himmel schicken.
Speaker 3: Schicken.
Markus Ziegler: Dass das klappt. Ich habe das auf der Liste, dass mir jetzt mal sozusagen mein Los ziehe und dann schauen, ob es funktioniert.
Ela Wildner: Ich bin gespannt und drücke natürlich alle Daumen und dann schreibst du uns, wenn du dein erstes Mal raschieren sollst.
Markus Ziegler: Das mache ich, das mache ich auf jeden Fall.
Ela Wildner: Megagut, dann sind wir sehr gespannt, wann uns die Nachricht erreichen wird, dass du deinen ersten Marathon läufst und ja, wir nähern uns schon langsam dem Ende dieser Folge. Aber so kurz vor Schluss frage ich auf jeden Fall gerne nochmal, gibt es jetzt noch irgendwas, was du den Leuten da draußen mitgeben möchtest? Dann hau raus!
Markus Ziegler: Ich habe schon ganz viel gesagt. Das Wichtigste, was ich eigentlich mitgeben möchte, ist auf sich zu hören und den Halbmarathon oder den Marathon oder auch den Kürzchenlauf für sich zu laufen und nicht für irgendjemand anderen und damit auch wirklich auf sich und auf seinen Körper zu hören und Spaß dabei zu haben.
Ela Wildner: Richtig gute und wichtige Botschaft. Also notiert euch das, merkt es euch und macht das mal nach. Markus, vielen, vielen Dank dir, dass du dich gemeldet hast und dass du heute im Podcast zu Gast warst. Das hat mir richtig viel Spaß gemacht. Das hat mich noch mal daran erinnert, dass es auch keine Ausrede gibt, nicht zu laufen. Und ich glaube, ich muss jetzt auch noch, es ist Feierabendzeit, wo wir aufnehmen. Ich war heute noch nicht, ich muss jetzt glaube ich noch.
Markus Ziegler: Ja, vielen Dank, dann viel Spaß beim Laufen!
Ela Wildner: Danke schön. Und genau, danke dir für deine Initiative, die Zeit und alles Gute für die nächsten Laufziele, Bestzeiten und wie gesagt, den Marathon. Dankeschön. Ja, und an dieser Stelle gibt es im Podcast natürlich noch den Hinweis, abonniert ihn sehr gerne, wenn ihr die neue Folge nicht verpassen wollt. Und Achtung, die gibt es diesmal nicht in zwei Wochen, sondern sogar schon nächste Woche. Dann startet eine dreiteilige Podcast-Serie, die ich persönlich super, super spannend finde und doch auch durchaus ein bisschen aufregend für uns war, denn diese dreiteillige Podcastserie könnt ihr dann sogar im Video sehen. Insofern hört und schaut auch gerne nächste Woche wieder rein, wenn wir mit der nächsten Folge weitermachen. Thematisch wird es dann um etwas gehen, was jetzt auch schon im Gespräch mit Markus so ein bisschen anklang. Ich verrate schon mal ganz grob, es wird um Ziele gehen, aber ... Dahingehend mal nicht darum, wie man sie noch besser erreichen kann, sondern um ein anderes Thema. Jetzt seid ihr hoffentlich gespannt und seid nächstes Mal erst recht dabei. Wir freuen uns auf jeden Fall drüber und sagen insofern nur noch Tschüss und bis zum nächsten Mal.