Ela Wildner: Hallo und willkommen in einer neuen Folge des Runners for Podcasts, in der gibt es ganz, ganz viel Trainings-Content und zwar wie auch in einer noch relativ neuen Heftkolumne in unserem Printmagazin und der Autor dieser Kolumne, der ist heute zu Gast im Podcast und hat mit meinem Kollegen Henning Lehnertz gesprochen und ja, es wurde vielleicht auch ein bisschen nerdig, aber nicht minder spannend, wie ich finde. Deswegen will ich auch gar nicht viel vorwegnehmen. Außer am Anfang noch einen kleinen Hinweis machen, dass es technisch ein paar kleine Problemchen mit dem Mikrocarb bzw. Der Erkennung gibt. Wir glauben aber, man versteht trotzdem alles gut und dass man die Inhalte der Podcast-Folge trotzdem gut mitnehmen kann. Trotzdem sorry dafür, aber jetzt viel Spaß beim Anhören der Podcast Folge und vielleicht auch die ein oder andere neue Trainingserkenntnis, die ihr dann in euer Training einfließen lassen könnt.
Henning Lenertz: Sehr gut. Maxi, ich freue mich sehr, dass du bei uns im Podcast bist. Für alle, die Max Torwirt nicht kennen, das sollten ja nicht allzu viele sein. Einmal die wichtigsten Fakten. Und du korrigierst mich, wenn ich irgendwie Bullshit erzähle.
Max Thorwirth: Ich bin jetzt sehr gespannt, was kommt.
Henning Lenertz: Du bist sehr gespannt, was kommt. Ja, du hast das Briefing gehalten, deswegen sollte es dich nicht überraschen. Also du gehörst mit deiner Bestzeit über 5000 Meter von 13 Minuten und 10 Sekunden zu den besten Läufern in Deutschlands. Du bist selber Host eines Podcasts, und zwar des Auslaufen Podcasts. Du hast ein Renn gegründet und bist Renndirektor der Kölmeide in Düsseldorf. Und darum soll es heute gehen, du bist Kolumnist für uns, für Runners World seit der Dezemberausgabe. Schreibst du eine Kolumne, die sich von den Stars Lernen nennt. Und genau darum soll es heute gehen. Max, herzlich willkommen in unserem Podcast.
Max Thorwirth: Ja, ich freue mich, wieder dabei zu sein, mal in einer etwas anderen Rolle, nicht direkt als Athlet, sondern tatsächlich als Kolumnist, hätte ich mir vor einem Jahr auch noch nicht erträumen lassen, dass ich da auf den großen Spuren von einem Dieter Baumann und Co. Wandle. Aber ich freue ich mich sehr, über die Kolumne ein bisschen zu sprechen und über das Training unserer deutschen Topläufer, Topläüferinnen, weil es mir tatsächlich sehr, sehr viel Spaß macht, mit denen zu quatschen, darüber zu schreiben und das dann auch an die Community weiterzugeben. Deswegen freue ich mich sehr, hier zu sein.
Henning Lenertz: Das ist eigentlich auch ein guter Einstieg. Wie kamst du überhaupt dazu, die Kolumne zu schreiben? Bist du auf Martin und seinen Chefredakteur zugegangen oder ist er auf dich zugekommen? Also wie kamst überhaupt zu der Zusammenarbeit?
Max Thorwirth: Martin ist auf mich zugekommen. Also der hatte die Idee aus der Schublade mal rausgeholt. Ich weiß jetzt nicht genau, mit wem er die vorher besprochen hat, wo die her kam aus seinen Gedanken, aus seinem Gehirn. Aber der hat mich angesprochen, dass ich ja ganz gut vernetzt bin in der Szene und ob ich nicht Lust hätte, mal zu gucken, was man vom Training von unseren Stars eben auch auf den Amateur Hobbyläufer übertragen kann, was man denen mitnehmen kann. Und ich fand es ne... Super, super spannende Idee, weil oftmals ja doch so ein bisschen ne Diskrepanz da ist zwischen diesen Profiatleten und den Amateur-Hobby-Atleten, das ist nicht ganz so nahbar, man kann sich nicht ganz damit identifizieren, weil es einfach so schnell, krass intensiv ist und man dann ja doch eher glaube ich als Hobby- oder Amateurläufer in Richtung der Laufinfluencer oder der Person in seinem Umfeld guckt, die... Eben mehr an der Lebensrealität von einem dran sind, aber Martin hat anscheinend dran geglaubt und ich eben auch, dass man trotzdem aus diesem Training, was unsere Top-Läufer, Top-läuferinnen machen, viel rausziehen kann für das eigene Training. Und deswegen fand ich die Idee super, super spannend, weil mir auch immer viel daran liegt, so diese Brücke ein bisschen zu schließen zwischen Spitzensport und Breitensport oder ambitionierter Breitenschport. Und deswegen Ich war sehr froh, als er auf mich zugekommen ist. Ich mag tatsächlich schreiben, auch ganz gerne. Ich bin ja jetzt kein Profi, nicht ausgebildet oder sonst irgendwas, aber es macht mir eigentlich immer Spaß. Und bis jetzt hat es auch nicht enttäuscht.
Henning Lenertz: Also Schreiben lernt man durchs Schreiben und das kommt dann mit der Zeit und ich finde du machst das auch sehr gut und genau wie du angesprochen hast, es geht darum, dass nicht-Profis etwas von den Profis lernen und auch das gelingt dir echt gut. Ich habe bei den ersten Ausgaben gedacht, okay das wird sich relativ schnell wiederholen, welche Aspekte man da jetzt so rausziehen kann, aber es gelingt ihr wirklich gut bei allen, die bislang veröffentlicht wurden und das waren Das war's für heute. Bis zum nächsten Mal. Sechs, die du schon fertig geschrieben hast. Wie gesagt, seit der Dezember-Ausgabe machst du das und das gelingt dir wirklich erstaunlich gut. Du hast angefangen mit Robert Faken, Deutschlands bester 500-Meter-Läufer, dann kam Smiller Kolbe, Nicky Buchholz, Adia Budde, Mark Tortell und als Nächste kommt jetzt Nele Wessel. Wie wählst du aus? Mit wem du sprichst, wen du bei uns im Magazin in deiner Kolumne vorstellen möchtest.
Max Thorwirth: Also wenn man sich die sechs jetzt anguckt, merkt man ja, dass es drei Frauen, drei Männer sind. Also das war erst mal so ein Grundsatz, den ich mir so ein bisschen auferlegt hatte, dass ich gucken wollte, dass sich das auf jeden Fall die Waage hält und da nicht in eine Richtung geht. Meistens sind die Männer so ein bischen offener, um mit denen zu reden. Also es ist ein Tick einfacher, an die Männer heranzutreten. Vielleicht auch, weil ich ein Mann bin und da so ein Bischen die besseren Connections habe. Aber das ist mir ganz, ganz wichtig, dass wir da auch die Trainingsinsights der ... Frauen bekommen. Mit Robert wollte ich eigentlich erstmal einen krassen Aufschlag machen, weil ich finde, Robert ist eine ganz, ganz faszinierende Persönlichkeit. Mit dem sechsten Platz bei der Leichenlik WM letztes Jahr unser Top-Läufer abseits der Straße auf der Bahn und dementsprechend war das so ein kleiner Wunsch von mir, da mit einem Paukenschlag, sage ich mal, reinzustarten. Und ja, dann habe ich von da aus einfach weiter geguckt, wer mich Ehrlicherweise natürlich auch, wen kenne ich ganz gut, wo komme ich jetzt erstmal ein bisschen einfacher rein, wo habe ich auch das Gefühl, die Chemie stimmt, damit ich jetzt bei den ersten Malen, wo ich mich da so ins Schreiben ein bisschen reinbegebe, vielleicht einen Tick einfacher die Erfahrungen sammeln kann, als jemanden, bei dem ich jetzt nicht so einen großen persönlichen Bezug zu habe, wo man dann vielleicht auch die Fragen nochmal ein bisschen anders stellen muss oder sollte, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen. Und da hat es sich natürlich angeboten. Erst mal so ein bisschen in Richtung auch der Athleten-Athletinnen zu gucken, mit denen ich auch eine persönliche Beziehung habe und so haben sich jetzt diese ersten sechs Ausgaben ergeben und ich glaube da gibt es auch einige Spannende, die folgen werden.
Henning Lenertz: Also bei allen sechs, die bislang dann eben geschrieben wurden von dir, musstest du einfach nur eine WhatsApp schreiben an die Leute, die haben dann direkt zugesagt und dann...
Max Thorwirth: Bei den letzten fünf tatsächlich schon. Bei Robert musste ich erst mal über den Instagram-Weg gehen. Also da ist es selbst für mich als Profiläufer so... Bei Robert war ich einen Tick nervöser als bei den anderen fünf. Das kann man glaube ich ehrlicherweise so zugeben. Ich verstehe mich mega gut mit ihm, aber es ist jetzt auch nicht so, dass wir täglich einen WhatsApp-Kontakt oder sonst irgendetwas haben. Von daher, ja, der ist schon irgendwie so ein bisschen dieser Superprofi auch. Und da war ich dann nochmal ein Tick aufgeregter, bei den anderen war es tatsächlich so, dass ich da die WhatsApp-Nummern hatte und dass auch alle von denen, inklusive Robert, direkt Bock hatten, da mit dabei zu sein und das fand ich auch sehr, sehr cool, weil mich das nochmal mehr motiviert hat, auch diese Kolumne zu schreiben, dass da auch ein Interesse ist von den Top-Läufer, Top- Läufertinnen, ihr Training zu teilen und sich nicht zu verschanzen hinter einer Geheimniskrämerei oder so und das hat mich dann natürlich nochmal motiviert. Geschichten bzw. Das Training auch vernünftig rüberzubringen und hoffentlich auch spannend zu erzählen.
Henning Lenertz: Also bislang gab es noch niemanden, der die gesagt hat, habe ich keinen Bock drauf, mache ich nicht mit.
Max Thorwirth: Ne, tatsächlich nicht. Also es gibt natürlich so ein paar Kandidaten im Hinterkopf, wo ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die auch so schnell zusagen. Die werden jetzt mal in der nächsten Zeit so ein bisschen angegangen. Aber bis jetzt hatten die alle direkt von Anfang an Lust. Tatsächlich war es so bei Marc, dass er so ein Bisschen war, ja, sein Coach ist da so ein bisschen reservierter, wenn es um die Trainingsinsights geht. Aber war dann am Ende auch alles nicht so schlimm. Und es ist ja auch in der Regel immer nur eine Beispielwoche und ich glaube Das ist nicht die Kriegsentscheidende. Also man kann jetzt nicht das ganze Training von einem Robert Faken, von einem Markthotel oder auch von den anderen anhand einer Woche irgendwie nachtrainieren und am Ende des Tages ist es jetzt ja auch so in der Szene, das meiste ist kein Geheimnis mehr und wenn sind es eher so diese Tune-up Workouts, bevor es dann wirklich zum Höhepunkt geht und um die kann man, wenn man will, ja auch ganz gut herumreden und einfach anderes Workout nennen, wenn man will. Deswegen war das bis jetzt sehr entspannt.
Henning Lenertz: Aber glaubst du, dass die überhaupt so entscheidend sind? Also, ist es nicht eher das Gesamtkonstrukt, was den Trainer, die Trainerin beziehungsweise dann auch den Athleten, die Athletin ausmacht am Ende?
Max Thorwirth: Auf jeden Fall, also das Gesamtkonstrukt ist schon das Wichtigste, aber ich glaube, da, wo es schon auf unserem Level extrem wichtige Nuancen gibt, ist eben in dem, was machst du die letzten drei, vier Wochen vor einer internationalen Meisterschaft, wie gestaltest du das mit dem letzten Wettkampf oder die Zeit zwischen dem letzten Wettkämpf und dann dem Vorlauf Halbfinale Finale oder Vorlauf Finale. Auch wenn man viel jetzt über Jakob Ingebrigsen hört, der redet immer sehr, sehr viel von seinem Schwellentraining und von seinem Aufbautraining. Aber so diese letzten ein, zwei Wochen, wie es macht vor einem Wettkampf, die hat man noch nicht so gehört. Und das macht natürlich vielleicht 0,1 Prozent von dem Ganzen aus. Aber das sind dann natürlich bei einer Weltmeisterschaft oder olympischen Spielen die 0, 1 Prozent, die vielleicht entscheiden können zwischen eben Gold und einem vierten Platz. Das heißt, es macht den Athleten jetzt nicht wirklich besser oder schlechter, aber ist in diesem absoluten Feintuning, was aus meiner Sicht aber auch für den Amateursport gar nicht so relevant ist. Dann vielleicht doch nochmal das Entscheidende, aber ansonsten ist es einfach, wie man es das ganze Jahr über dieses Gesamtkonstrukt aufbaut.
Henning Lenertz: Du hast es schon gesagt, du bildest auch einen Beispiel Wochenplan ab. Am Anfang hatte deine Kolumne eine Seite, ich glaube, du hast nach der ersten Folge gesagt, oh, wäre schon cool, wenn wir mehr Platz hätten, wenn du mehr Platz hättest. Das haben wir dann auch relativ schnell hinbekommen. Jetzt hast du eine Doppelseite und du hast einmal einen Fleece Tags, wo du das rüberbringst, was du rüberbringen möchtest, das, was dir aufgefallen ist bei den Leuten. Und dann eben diesen diesen Trainingsplan. Wie genau gehst du vor, wenn du mit den Leuten sprichst und wenn du dann deine Informationen hast, anders schreiben? Also was ist da deine Herangehensweise, um dann diese Doppelseite, die du jetzt hast, zu füllen?
Max Thorwirth: Ja, erstmal danke für die Doppelseite. Jetzt habe ich eine mehr als Dieter Baumann, mein Vereinsvorsitzender. Das war ein wichtiger Erfolg. Nee, ich glaube, die Dappelseite ist super wichtig, weil ich gemerkt habe, wenn man nur eine Seite hat, dann muss man sich für eins von beiden entscheiden. Und das ist entweder nur auf dieses Training einzugehen oder auch um alles, was ums Training herum passiert. Die Persönlichkeit, die Einstellung zum Training. Und ich finde, dass die mindestens genauso wichtig ist, wie Das reine, datenbasierte Training und diesen Trainingsplan, und deswegen glaube ich, ist diese Doppelseite enorm hilfreich, um es auch vernünftig und gut rüberzubringen. Wie ich vorgehe, ist meistens, hängt es ein bisschen davon ab, wie viel Ahnung ich auch schon von dem Training habe, also zum Beispiel bei Nicky Buchholz wusste ich ja, dass er noch Beachvolleyball und Volleyball nebenbei spielt, dass dieses Alternativ-Trainings-Thema so ein bisschen ein sein könnte, das hatte ich schon im Kopf. Bei Markthotel weiß man jetzt auch. Dass er nicht derjenige ist, der jeden Tag auf dem Laufband steht und fünfmal Laktat sich abnehmen lässt während einem Intervallprogramm, sondern dass der so ein bisschen freier läuft. Also ich habe schon in der Regel so eine Grundvorstellung, warum ich die Person spannend finde und was ich denke, was ein Take-Away sein könnte, starte dann aber meistens tatsächlich einfach mit diesem Wochen-Trainingsplan rein, auch um so ein Gefühl zu bekommen und zu gucken, wo man da dann die Angriffungspunkte einfach nehmen kann. Stelle ich recht oft die Frage so, was denkt ihr denn ist das Besondere an eurem Training, das was euer Training irgendwie auszeichnet, was die Leute auch mitnehmen könnten und dann geht das von da aus eigentlich dann so ein bisschen seinen Weg und meistens kommt man dann eh schon automatisch im Gespräch auf die Punkte, die ich mir im Vorfeld schon so ein wenig rausgesucht hatte, so von meiner externen Wahrnehmung.
Henning Lenertz: Okay, also du machst dir vorher Gedanken, du beschäftigst dich mit den Leuten und hast quasi schon mal so ein Grundgerüst. Also du gehst da nicht komplett blaue Augen ran.
Max Thorwirth: Nee, definitiv. Also, ich meine, der Vorteil ist, dass ich mich ja eh viel mit den Leuten beschäftige. Das heißt, ich muss da jetzt nicht in die maximale Vorrecherche gehen, aber ich gucke es mir natürlich trotzdem mal ein bisschen an, was man auf Strava sieht, was man irgendwie auf den Social-Media-Kanälen sieht, was in anderen Artikeln schon mal gelesen hat. Und da kriegt man dann, glaube ich, schon einen ganz guten Gefühl darüber, in welche Richtung sowas gehen könnte.
Henning Lenertz: Auf die Frage, was ist an deinem Training besonders? Meintest du ja gerade, dass du die Frage den Leuten stellst, kommt da immer was zurück? Weil ich kann mir ganz oft vorstellen, dass die Leute sich da gar nicht so viele Gedanken zu machen. Die machen das im Zweifel seit Jahren, sind in diesem System und das funktioniert für sie. Sie haben einen Trainer, eine Trainerin und wirklich hinterfragen tun vielleicht einige das nicht, aber vielleicht liege ich auch ganz falsch.
Max Thorwirth: Also ich glaube, was besonders ist, können die eigentlich schon ganz gut beurteilen, weil du schon ein bisschen auch ein Gefühl hast, was ist bei mir vielleicht anders als bei den anderen. Also wenn man jetzt Nele Wessel nimmt, was ja noch rauskommt, dann ist die halt ziemlich viel auf den Arktrainer, macht super viel Alternativ, hat so ein Vier-Tages-Block statt so einer Sieben-Tags-Woche. Und da weiß Nele schon ganz genau, dass das jetzt nicht das übliche ist. Also das kriegt die schon mit und dann hat man das auch präsent. Oder bei Markthotel, der weiß natürlich auch, dass er jetzt nicht dieses klassische Doppelschwellentraining macht, was viele andere machen, und dass das so ein bisschen das ist, was heraussticht. Das wissen die schon. Was so ein bisschen schwieriger immer ist, ist so dieses Was kann jemand anders von diesem Training abgucken? Also da kommt dann immer nicht so ganz schnell eine Antwort drauf, weil man da, glaube ich, so ein sein. Eigenen Gedanken in seiner eigenen Welt ist, dass es einem nicht ganz so leicht fällt, das zu übertragen, beziehungsweise da kommt dann tatsächlich oft auch die sich so ein bisschen wiederholende Antwort, Spaß haben, Konstanz, so diese Klassiker. Ich bin auch mal gespannt, wie das mit den weiteren Folgen wird, dass man da immer wieder irgendwie was Neues findet und einen neuen Dreh, also mal gucken, wie, wie das wird. Also da würde ich sagen, ist das wahrscheinlich die Frage, die so ein bisschen schwieriger zu beantworten ist, aber... In der Regel wissen die schon ganz genau, was ist bei mir vielleicht ein bisschen anders als bei anderen Athleten und Athletinnen, die trainieren.
Henning Lenertz: Also das ist wirklich was, was dir sehr gut gelingt, dass du das herausarbeitest, die Erkenntnis, die man als Nicht-Profi aus dem Trainingssystem, aus der Herangehensweise, irgendwie ziehen kann. Und da die Frage, wie gelingt dir das, weil du bist ja selber Profi, also du bist selber seit Jahren in der Laufszene drin, hattest verschiedene Trainer, bist jetzt bei Isabel Baumann seit einigen Jahren, startest jetzt in diesem Jahr in dieser Saison auch für Tübingen. Du kennst die ganze Materie, das ganze System und wie versetzt du dich in die Lage eines Hobbyläufers, einer Hobbyläuferin, die Marathonläufe, was ja für dich auch noch, also du gehst ja auch ganz oft auf den Straßenlauf ein, auch wenn die Leute, mit denen du sprichst, ganz oft, auf der Bahn zuhause sind. Also da sind ja zwei Komponenten, einmal so Hobbyathlet und dann noch quasi Straße statt Bahn. Wie gelingt dir das?
Max Thorwirth: Ja, also ich glaube uns von hinten so ein bisschen zu beantworten. Ich gehe oder versuche viel auf die Straßenläufer einzugehen, weil ich glaube, dass das halt einfach die größte Zielgruppe ist, die jetzt die Rundersworld als Magazin anspricht. Man weiß es ja logischerweise, der Hype für den Straßenlauf ist natürlich größer als auf der Bahn und es laufen viel mehr Leute auf der Straße als auf der Bahn. Deswegen ist halt immer so ein bisschen die Frage, was kannst du jetzt von der Smiller Kolbe aus dem 800 Meter Training irgendwie herausziehen, wenn du selber vielleicht maximal fünf Kilometer läufst als unterste Distanz und sonst bis zum Marathon hoch. Da muss ich jetzt nicht elendlang über eine 800 Meter Einheit irgendwie ausschweifen, weil das bringt ja logischerweise nichts. Also ich glaube, das ist so ein logischer Gedankengang dann auf jeden Fall. Ansonsten habe ich mir noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, wie ich das schaffe. Ich glaube, ich beschäftige mich einfach viel generell mit dem Laufsport und mit allen Ebenen des Laufsports. Also in unserem Podcast, im Auslaufen-Podcast haben wir natürlich auch... Viele Straßenläufer, viele Hobbyläufe, die uns ja auch immer wieder Feedback geben. Und da versuchen wir auch diese Brücke zu schlagen, eben den Profisport interessant zu machen. Und da kriegt man irgendwann Erfahrungswerte. Was ist interessant für die Leute? Wo können die Relaten, wo können die nicht Relaten? Mit der New Balance Kühlmeile hat es ganz am Anfang gesagt, meine eigenen Laufveranstaltungen. Da müssen wir ja auch Marketing machen, jetzt nicht Richtung den Top-Atleten. Die wir zwar natürlich auch haben mit den Elite-Rennen, aber die Veranstaltung ist ja eigentlich auch da für die breite Masse. Und ich glaube einfach, dass ich mit vielen Läufern und Läufern im Austausch stehe. Sei es die Elite-Läufer, sei es die viel zitierte zweite Reihe, aber seien es auch einfach Leute, die es zum Spaß machen und auf dem Weg eben sind, ihren ersten Marathon zu laufen oder im Marathon ihre eigenen Ziele haben. Und darüber habe ich ein ganz gutes Gefühl über die letzten gewonnen. Jahre und viel besser kann ich deine Frage nicht beantworten, weil ich es sonst tatsächlich selber so genau jetzt auch nicht definieren kann.
Henning Lenertz: Wir haben jetzt schon zweimal über Nele Wessel gesprochen. Die Kolumne über sie erscheint jetzt in der Mai-Ausgabe. Wenn dieser Podcast erschein, müsste es am darauffolgenden Dienstag soweit sein, dass das Heft im Handel ist. Also alle, die den Podcast jetzt hören, können sich bald schon das Magazin mit der Kolumde über Nelem Wessel besorgen. Und das war auf jeden Fall das Training. Und das Trainingssystem, was mich persönlich am meisten überrascht hat von allen, die du bislang jetzt vorgestellt hast. Frage an dich, welches System, welcher Athlet, welche Athletin hat dich am meisten überrasch?
Max Thorwirth: Tatsächlich auch Nele. Also ich meine, ich wusste schon, in welche Richtung das geht, aber das ist am weitesten weg von meinen eigenen Vorstellungen oder von meinem eigenen Training. Deswegen war es aber auch super interessant. Also das war für mich mit die interessanteste Folge, da zu gucken und selber dann auch zu überlegen und zu reflektieren, wieso machen die das, was kann man da eventuell für sich selbst rausziehen, was vielleicht auch nicht. Also gehe ich auf jeden Fall mit. Nele war jetzt schon das überraschendste für mich. Zugegebenermaßen an Adia bin ich zum Beispiel ja sehr sehr nah dran, weil wir die gleiche Trainerin haben, mit Niki auch schon oft genug zusammen trainiert. Ich fand Robert tatsächlich auch einfach sehr interessant, weil es anders ist als bei ihm unter seinem ehemaligen Trainer bei Thomas 30 Acker, wo man ja dieses Doppelschwellensystem kennt. Und da war ich, ich weiß nicht, ob überrascht das richtige Wort ist, aber ich fand es sehr, sehr interessant zu sehen, wie es eben bei Dathan Ritzenhain in den USA... Anders läuft und deswegen würde ich Roberts Kolumne da vielleicht auch noch mit reinnehmen, aber insgesamt, wenn man wirklich jetzt aufs Trainingssystem guckt, gehe ich komplett mit, war schon Nele für mich das Überraschendste.
Henning Lenertz: Okay, lass mal ein bisschen spoilern, was war bei Nele der Fall? Warum war das Training da so speziell?
Max Thorwirth: Ja bei Nele ist es so, dass die immer in vier Tagesblöcken trainiert, also die macht drei recht intensive Tage, einen Ruhetag oder also Ruhentag, da wird schon auch ganz locker was gemacht, aber halt ein Tag ohne Intensität und dann geht das Ganze wieder von vorne los, das heißt diese klassische Woche mit einem Long-Run am Sunday, wie man es vielleicht kennt, die verschiebt sich halt total bei ihr, also das ist das eine, wie die das aufgliedern und auch Allein schon in diesem Vier-Tages-Block drei Belastungstage hintereinander zu machen, ist jetzt auch nicht so gewöhnlich, also meistens ist ja schon so, dass du einen Easy Day dann zwischen dem Belastungs-Tag hast. Und dann ist noch zusätzlich interessant, wie sie diese Belastungen macht, weil sie einfach super viel alternativ auf dem ARK-Trainer trainiert und da das Alternativ-Training nicht irgendwie als Ausgleich oder Ergänzung oder sonst was einsetzt, sondern wirklich ... Als ... Trainingsmittel wie das Laufen und das ist sicherlich so auf jeden Fall nicht ganz üblich in den anderen Trainingsgruppen auf dieser Welt.
Henning Lenertz: Ich musste tatsächlich erst mal schauen damals, als du den Text geschickt hast, was ein Arktrainer ist. Das ist nichts anderes als ein Crosstrainer. Das ist, glaube ich, nur eine Marke von einem Crosstrainer. Und es ist wirklich verrückt. Ich habe es jetzt nicht mehr genau vor Augen. Aber ich glaube, zwei von diesen drei Belastungen waren tatsächlich auf dem Arktrainern auch.
Max Thorwirth: Ja, also an manchen Tagen macht sie halt auch doppelte Belastungen, aber die ist auf jeden Fall an zwei Tagen von den drei Tagen auf dem ARK Trainer. Also vielleicht hat sie dann morgens oder abends nochmal eine Laufeinheit auch gemacht, aber sie ist auf jedem Fall so gut wie jeden Tag drauf. Ich glaube es gibt auch das Zitat, am Anfang dachte ich, ich muss irgendwie, also ich kotze hier ab, das ist so viel ARK-Trainer und das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Also für mich selber ist es jetzt auch ein bisschen unverstellbar, wie man da so oft drauf sein kann. Aber für sie scheint es gut zu funktionieren, ist jetzt in der Halle ja auch nochmal 1500 Meter PB gelaufen, hat sich für die Hallenweltmeisterschaft qualifiziert, zum ersten Mal mit einer Direktnorm, nachdem sie ja Outdoor dann im Finale war, nachdem sich über die Weltrangliste qualifiziert hat. Also für sie funktioniert das und das finde ich auf jeden Fall super spannend.
Henning Lenertz: Die ganze Gruppe scheint ja so zu trainieren. Also es ist einfach das Trainingssystem dieser Gruppe. Und ja, ich bin da bei dir. Ich glaube, da muss man echt Bock drauf haben oder irgendwie von überzeugt sein, weil allzu viel Spaß kann das, glaube ich, jetzt nicht machen. Also wenn man das Laufen liebt und dann so viel Zeit eben auf dem Crosstrainer verbringt, was man ja auch drin tut und nicht draußen an der frischen Luft. So, ja, so, so. Schön die Bewegung sein mag. Ich mag es jetzt gar nicht. Aber manche feiern ja dann trotzdem den Crosstrainer. Aber es ist halt irgendwie drin und es ist Alternativtraining. Also ich weiß nicht.
Max Thorwirth: Ja, also ich kann es auch nicht so ganz nachvollziehen für mich selber. Also mir würde das, glaube ich, auch keinen Spaß machen. Und da ist dann natürlich auch wieder die Herausforderung, irgendwie was rauszuziehen, weil ich glaube auch, dass vielen da draußen jetzt nicht irgendwie dreimal die Woche Arktrainer vorschwebt, wenn sie Bock haben, zu laufen. Da muss man halt schon sagen, es geht halt im Leistungssport darum, Leistung zu bringen. Und wenn du daran glaubst, dass das der richtige Weg ist und damit auch gute Erfahrungen gemacht hast, dann geht es ja nicht unbedingt immer nur darum, was Spaß macht, sondern das, was den Erfolg bringt und ich glaube, wenn du merkst, dass du da Fortschritte machst und es dir gut tut, dann schaffst du es auch, das dann irgendwie durchzuziehen am Ende des Tages. Irgendwann gewöhnst du dich vielleicht auch ein bisschen daran, dass das dann halt einfach dein Alltag ist, aber da ist es natürlich bei den Top-Läufer-Lläuferinnen nicht immer nur das, das am meisten Spaß macht sondern das was dann auch im Idealfall am meisten Erfolg bringt.
Henning Lenertz: Aber da sind die Leute auch ganz unterschiedlich. Also wenn ich mir jetzt im Kontrast dann Mark anschaue, Mark Dortell, dessen Trainingssystem oder dessen ganze Lebensphilosophie basiert er eigentlich darauf, jetzt nur noch Spaß zu haben. Er hatte ja seine Karriere quasi schon mal beendet, weil so ein bisschen der Leistungsdruck da war, weil der Spaß am Laufen ein bisschen fehlte. Und dann ist er einen Schritt zurückgegangen und hat dann gemerkt, in diesem Schritt zurück macht er drei Schritte vorwärts in seiner Leistung und ist jetzt so gut wie nie zuvor. Und da ist eine ganz andere Einstellung zu diesem Sport dahinter. Also nicht alles höchst professionell, sondern auch mal irgendwie ein bisschen Party hier, ein bisschen irgendwie Spaß da. Und das beschreibt ja eigentlich deine Kolumne ganz gut. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern es gibt verschiedene Herangehensweisen, die irgendwie zum Ziel führen können. Bei den einen sehen die so aus, bei den anderen sieht es halt so aus. Und das finde ich halt das Coole daran, dass man so einen Einblick bekommt. Wie trainieren die Leute? Was machen sie unterschiedlich? Was machen Sie gleich? Und dass es dann bei sechs Leuten bislang dann doch so unterschiedliche Konzepte gab, hätte ich nicht gedacht tatsächlich. Also ich dachte, das wäre ein bisschen eintöniger, gleichförmiger, die Gestaltung des Trainings.
Max Thorwirth: Ich glaube, das ist auch so ein bisschen mein Main Takeaway von dieser ganzen Kolumne und warum ich auch glaube, dass die Kolumme relativ viel Wert hat, weil man einfach sieht, dass es so viele verschiedene Wege gibt für die verschiedenen Persönlichkeiten und das ist ja was ganz, ganz Wichtiges, was man sich mitnehmen kann als Läufer, dass es am Ende darauf ankommt, dass man für sich den richtigen Weg findet und für sich einen Weg findet, mit dem man Spaß hat. Bei dem man motiviert bleibt, bei dem dann auch natürlich Steigerungen am Ende bei rauskommen. Und ich habe oft das Gefühl, dass man sich da gerne in diesen ganzen wissenschaftlichen Diskussionen und in dem, was gerade halt aktuell ist und gehyped wird, irgendwie verliert. Und ich finde, dass jetzt die sechs Athleten und Athletinnen gezeigt haben, dass es einfach ganz, ganz viele Wege gibt. Eigentlich gab es ja auch in der ersten Kolumne von Robert das perfekte Zitat schon zu, wo auch viel darüber diskutiert worden ist dann auf Social Media.
Henning Lenertz: Ich weiß genau, was...
Max Thorwirth: Er hatte nämlich gesagt, am Ende ist scheißegal, was du trainierst, Hauptsache du glaubst dran. Und das ist natürlich plakativ formuliert und natürlich kannst du auch Bullshit trainieren und dann funktioniert es nicht, egal wie sehr du daran glaubst, das ist klar. Zeigt halt eigentlich, es ist viel, viel wichtiger, dass du zufrieden bist und dass du, wie gesagt, Selbstvertrauen oder Vertrauen hast in dein Trainingssystem. Und dann gibt es wirklich viele verschiedene Wege, wie du an dein Ziel halt kommen kannst. Natürlich gibt es auch Wege die dich wegbringen von deinem Ziel und die nicht funktionieren, aber der Kern der Aussage ist ja halt, hey, es gibt nicht den einen goldenen Weg, das eine goldene Ticket und Robert ist ... Da ein perfektes Beispiel für, weil er ja aus einem ganz anderen Trainingssystem kam unter Thomas und dann trotzdem weiter oder mehr Erfolg hatte unter Nathan Ritzenhain in einem komplett anderen Trainungssystem. Und deswegen fand ich das Zitat eigentlich sehr, sehr gut und beschreibt eigentlich auch ganz gut, was wir jetzt in den letzten sechs Kolumnen da gesehen haben.
Henning Lenertz: Glaubst du, ist es wichtig als Profi, dass man nach einer gewissen Zeit auch mal so einen Neustart wagt wie Robert, einfach um das Trainingssystem zu ändern, um noch mal neue Reize zu setzen? Oder kann man genauso erfolgreich sein, wenn man sehr konstant über die gesamte Laufzeit der Karriere letztlich ein und dasselbe macht und da einfach Fortschritt, Fortsschritt, Fortscheit erzielt? Oder braucht es irgendwann wirklich so einen kompletten Switch, wie es Robert gemacht hat?
Max Thorwirth: Also ich glaube nicht, dass es zwingend einen kompletten Switch braucht. Das kann funktionieren. Das ist sicherlich auch ein Weg, der zum Erfolg führen kann. Für Robert hat er das ja getan. Und es gibt auch andere Beispiele. Einen Grant Fischer, wenn man jetzt mal international guckt, nachdem er vom Bowerman Track Club weggegangen ist. Gut, der hat jetzt keinen kompleten Switch gemacht, aber ist auch ein bisschen geändert. Das Ganze am Ende des Tages, glaube ich, ist es wichtig, dass man in seinem Trainerteam immer mal wieder was Neues. Macht und immer mal wieder einen kleinen neuen Reiz setzt. Das muss jetzt nicht die Veränderung des ganzen Systems sein. Aber zu versuchen mal leicht was anzupassen oder leicht was neu zu machen, nicht immer stupide die gleichen Einheiten, das glaube ich schon, dass das enorm wichtig ist. Und da glaube ich auch fest daran, dass die internationalen Athleten alle machen. Wenn man jetzt noch mal auf die Hallenweltmeisterschaft guckt, Josh hat die 3000 wieder gewonnen, der ist ein klassisches Beispiel für... Der ist jetzt seit der aus dem College raus ist, die letzten, keine Ahnung, fünf, sechs, sieben Jahre beim gleichen Coach. Die haben immer den gleichen Aufbau und bei ihm funktioniert es auch weiterhin. Da kommt es natürlich sicherlich auch ein bisschen auf den Typ drauf an. Aber ich glaube, am Ende ist wichtig, dass man im Training immer wieder so ein bisschen was Neues findet, allein schon um die Motivation hochzuhalten und nicht.
Henning Lenertz: An der zwei Tage auf dem Arktrainer muss.
Max Thorwirth: Und nicht alle zwei Tage auf den Arc Trainer muss. Ja, also das ist auch, würde mich jetzt auch mal interessieren, wenn wir dann nochmal in drei Jahren mit Nele irgendwie darüber reden, ob sie sagt, ey, das sieht jetzt genauso aus wie in dieser Kolumne oder wir haben da auch nochmal leicht irgendwie was verändert. Also ist da zum Beispiel auch eine Frage, die ich hätte, wie viele Jahre hintereinander kannst du das so durchziehen? Aber dann müssen wir vielleicht wirklich mal in drei Jahren mit ihr nochmal drüber reden und dann sehen wir mal, was dabei rauskommt.
Henning Lenertz: Was war denn für dich so, wenn man alle sechs Athletinnen und Athleten, die du jetzt beschrieben hast, betrachtet? Was war da für dich das Hauptding, was du für dich selber im Zweifel auch herausziehen konntest? Also was eint alle und was ist wirklich richtig?
Max Thorwirth: Also ich glaube, da gibt's mehrere Sachen, auf die man jetzt eingehen kann. Ich glaube, das eine, was alle sagen würden, ist einfach konstant und nicht diese eine Peak-Woche haben, diese eine Peak-Trainings-Einheit, die richtig krass ist, sondern alle berichten eigentlich davon, dass es super, super wichtig ist, konstant durchzutrainieren, gar nichts verrücktes unbedingt zu machen, sondern konstant seine Sachen und dann wird's besser. Das ist schon mal Punkt eins. Punkt zwei ist... Was wirklich auch bei vielen rauskam, ist easy days easy. Also da zu gucken, dass man nicht übertreibt, wenn man lockere Tage hat. Der dritte Punkt ist Spaß haben. Also selbst Nele auf dem ARK Trainer, wo es vielleicht am wenigsten so rüberkommt, hat schon auch gesagt, dass es trotzdem wichtig ist, ob es dann durch ein Trainingslager ist oder durch die anderen Trainingseinheiten oder durch Leute, mit denen man es macht, dass man seinen Spaß daran nicht verliert. Also das wären wahrscheinlich so meine Top-3-Punkte und dann das, was wir jetzt eben schon thematisiert haben, dieses nicht unbedingt immer links und rechts zu grübeln, ja der trainiert so, der trainieren so, und so muss ich auch trainieren, weil das ist der einzige Weg, sondern einfach wirklich für sich selbst das Vertrauen zu finden in dem, was man macht, weil es glaube ich auch einen enormen Boost gibt, um dann wirklich am Race Day auch alles rausholen zu können. Das ist natürlich was, wo ich mich persönlich als Athlete jetzt auch viel mit beschäftigt habe. Also die ganze Welt um mich herum gefühlt macht dieses Doppelschwellentraining, man hört das überall. Ich mache das auch manchmal, aber es ist nicht so ganz dieses knallharte Woche für Woche, zweimal die Woche Doppel-Schwellentrainig, was jetzt zum Beispiel Niki Buchholz machen würde, wenn man da die Kolumne gelesen hat. Da fängt man schon irgendwie, als er lädt, auch schnell an sich zu unterfragen. Ja, sollte ich das auch so machen, ist es hier richtig? Aber am Ende des Tages ist das auch was, was ich mitgenommen habe. Hey, für dich funktioniert eigentlich dein Training und du merkst ja, was dir gut tut. Dann fang jetzt nicht an, daran zu zweifeln oder so. Weil ein Markthotel ist jetzt auch ein 10 Kilometer-Rennen unter 29 Minuten gelaufen. Mit seinem Approach, wo es nicht unter 3 Millimol in der Regel wahrscheinlich endet bei den Trainingseinheiten. Das kann auch funktionieren. Und das war, glaube ich, für mich nochmal so eine recht wertvolle Botschaft, die ich selber für mich mitgenommen habe.
Henning Lenertz: Aber es ist wahrscheinlich nie so schwierig gewesen, nicht nach links und rechts zu schauen, weil wir heute ja überall mitbekommen, was die anderen so trainieren. Du hast es selber angesprochen, Strava, Instagram. Also man bekommt ja viel, viel mehr mit vom Training der anderen, als es früher der Fall war, weil es diese Möglichkeiten gibt. Und ich glaube, sich dann davon frei zu machen und sich dann nicht zu vergleichen, ist auch gar nicht so einfach. Ich meine, das machen ja schon die Hobbyathleten, die dann meinen, eben heutzutage Jakob Ingebrig zu machen. Doppelschwelle. Jetzt muss ich auch Doppel- schwelle machen, wobei sie wahrscheinlich dann nicht mal richtig Doppelt-schwelle machen, sondern auch noch viel zu doll laufen. Das stelle ich mir sehr schwierig vor, aus Profisicht auch, dass man da wirklich dann bei sich bleibt, dem ganzen Prozedere vertraut, gerade wenn es auch mal nicht läuft. Das ist ja auch immer mal wieder das Risiko, dass man irgendwie nicht unbedingt diese Saison hat, die man sich erhofft hat. Wie gehst du persönlich damit um, wenn du jetzt merkst, okay, vielleicht kommen da die ein oder anderen Zweifel mal auf?
Max Thorwirth: Ja, erstmal würde ich sagen, es ist ja nicht unbedingt verkehrt, auch links und rechts zu schauen. Also das würde ich tatsächlich auch jedem empfehlen, weil man da schon auch viel mitnehmen kann. Es ist halt nur wichtig, das zu reflektieren, einzuordnen und dann auch nicht alles über den Haufen zu werfen, sondern vielleicht mal zu gucken, ob man das eine so ein bisschen integrieren kann und dann herausfinden kann, funktioniert das für mich, funktioniert das nicht. Das ist das, was Niki Buchholz auch so ein wenig in seiner Kolumne gesagt hat. Wir haben immer... Schritt für Schritt geguckt, was können wir anpassen? Wie können wir besser werden? Funktioniert das oder funktioniert das nicht? Und da leben wir, glaube ich, schon in einer sehr, sehr coolen Zeit, dass man da einfach viele Möglichkeiten hat, viele Infos hat, viele Insights hat. Aber wie du sagst, ja, alles über Bord werfen, gerade wenn es mal nicht so läuft, ist dann wahrscheinlich auch nicht der der richtige Weg. Ich meine, ich habe den Glück, mit Isabel Baumann eine absolute Top-Trainerin zu haben, die jahrzehntelange Erfahrung hat. Und da fällt es dann natürlich einfach, einfach darauf zu vertrauen, was sie für einen Erfahrungsschatz hat. Sie gibt dann auch einfach in der Kommunikation einem so viel Ruhe, dass man sich dann immer selbst wieder einfängt. Aber auch mit Isabelle reden wir alle, die unter ihr trainieren, oft über irgendwelche Sachen, die wir von anderen Athleten und Athletinnen sehen. Freddy hat ihr letztens noch so ein Workout von Jimmy Grissier geschickt, weil wir es halt spannend fanden und auf YouTube irgendwie gesehen haben. Und da kam tatsächlich von Isabelle dann die Antwort. Ja, hatte ich auch schon gesehen. Also die guckt sich da selber auch viel um. Also man darf auf jeden Fall nicht aufhören, sich weiterzubilden und auch zu gucken, was kann man eben rausziehen. Aber ich vertraue da stark dann einfach auf meine Trainerinnen, meine Trainingsgruppe, versuche mich an das zu erinnern, was ich in den vergangenen Jahren gemacht habe, was auch funktioniert hat. Da ist immer auch hilfreich, wenn man irgendwie ein Trainings Tagebuch hat und das dann auch nochmal schwarz auf weiß irgendwie sehen kann. Am Ende des Tages ist aber nicht einfach. Also das ist, glaube ich, äh... Das gleiche für mich wie dann auch für einen Hobbyläufer oder so. Also ich habe auch die Momente, wo ich unruhig werde. Da muss man einfach irgendwie tief durchatmen mit seinem Trainerteam, mit seinem Umfeld irgendwie ein bisschen sprechen und dann klappt das auch meistens wieder.
Henning Lenertz: Du hast jetzt Isabelle Baumann schon ein paar Mal angesprochen als deine Trainerin. Und eigentlich auch einen wichtigen Punkt, dass sie selber sich dafür interessiert, was machen andere, überlegt, ist das sinnvoll, ist es nicht sinnvoll. Eventuell auch mal ausprobiert, ein Training oder Trainingseinheiten in ihr System zu integrieren. Wie würdest du Isabels Trainingssystem so grundsätzlich beschreiben? Also wie trainierst du selber, wenn du jetzt über dich eine Kolumne schreiben müsstest? Was wären da so die Main Takeaways?
Max Thorwirth: Ja, könnt ihr euch die Kolumne von Nadia Budde durchlesen, ich mache nur nicht so viele Wettkämpfe wie sie. Das interessante bei Isabelle ist, dass es durchaus nicht bei allen von uns gleich ist, wie wir trainieren. Also es gibt schon den Basic Setup, dass wir versuchen, die Belastung so ein bisschen zu verdichten. Also wir machen oft montags so einen leicht gesteigerten Dauerlauf, der dann im Schwellenbereich vielleicht am Ende irgendwie ankommt. Ansonsten ist es so ein wenig unterschwellig. Jetzt im Winter- oder im Saisonaufbau ist dann Mittwochs halt so ein klassischer Schwellentag, aber es kann auch mal nur eine Schwelleneinheit sein, Samstag das gleiche bzw. Halt alle vier bis fünf Einheiten, wahrscheinlich so ein V2-Maxreiz, meistens am Berg, das ist bei uns in Tübingen ja immer recht einfach, und dann sonntags ein easy long run, das jetzt so meine Beispielwoche für so den Saisonaufbau, aber... Wenn man jetzt Freddy nimmt, also Frederik Ruppert, Diamond League-Sieger über die Hindernisse, deutscher Rekordhalter über die Hinternisse, der auch unter Isabel trainiert, der macht schon sehr, sehr stark auch Doppelschwellentraining, also der hat wahrscheinlich schon zwei Doppel- schwellen-Blöcke in der Woche drin, ich habe eher nur einen mit drin, weil wir da auch ein bisschen Belastungsverträglichkeit etc. Schauen müssen, der wird auch in der Regel, denke ich mal. Durch dieses Doppelschwellentraining so 10 bis vielleicht 15 Kilometer mehr in der Woche machen. Und da wird also schon bei uns auch so ein bisschen angepasst, sage ich jetzt mal. Und ansonsten ist es eher so dieses Basic-mäßige erstmal die Basis trainieren, um dann wirklich in die Laktat-Vorträglichkeit reinzugehen und zu gucken, wie man auch mit Laktate umgeht. Also das ist... Kann ich ja vielleicht auch so ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, so eine klassische Einheit dann vor den Wettkämpfen, dass du erst mal mit so einem Schwellenlauf anfängst, dann irgendwas Hartes läufst, also zum Beispiel eine harte 1000 und dann relativ wenig Pause hast, 90 Sekunden bis zwei Minuten und dann in so einer Schwellentausend quasi das Laktat wieder abbauen musst, was du davor aufgebaut hast, um eben auch mit Tempoverschärfungen und mit dem sich bildenden Laktate im Rennen umgehen zu können. Also das ist glaube ich auch so... Isabelle specific, wahrscheinlich machen es auch 1000 andere, aber das ist immer das, wo ich immer sagen würde, hey, das ist so eine besondere Einheit bei uns, so ein bisschen. Genau, so würde ich es beschreiben, aber, letzte Sache, sorry, ich fange jetzt gerade an ein bisschen zu labern, vor vier, fünf Jahren hat Isabelle auch noch kein Doppelschwellentraining gemacht. Ich glaube, in meiner Runners World Ausgabe, wo ich porträtiert worden bin, da hieß es ja auch noch, ja, nee, machen wir nicht und das zeigt, glaube ich, ganz gut. Dass da auch ein Anpassungsprozess stattgefunden hat, aber eben nicht aus blindem Aktionismus oder ja, das machen jetzt alle, deswegen machen wir das auch, sondern aus einer eigenen Vorstellung, aus einer eigenen Idee heraus.
Henning Lenertz: Ja, finde ich auch ganz, ganz wichtig, dass man da im Zweifel Erkenntnisgewinn auch zulässt und nicht als Trainer, als Trainerin sagt, das habe ich schon immer so gemacht, jetzt bleibt es dabei, weil Dinge können sich ändern, der menschliche Organismus, das System des Menschen nicht, aber die Erkenntnisse dazu, also von daher finde ich das bei Isabell spannend und ich erinnere mich noch sehr gut daran als du. Ich glaube damals war es so, du wolltest das mal ausprobieren und sie hat gesagt, na, weiß ich jetzt nicht. Da hat sie sich ein bisschen dazu eingelesen. Ihr habt es ausprobiert und am Ende hast du festgestellt, dass es für dich selber gar nicht so richtig funktioniert und passt. Wenn man es dann auch noch sehr häufig macht, wie beispielsweise Freddy. Das ist dann schon auch, glaube ich, wichtig, dass man da das Individuum betrachtet und sich nicht komplett vergleicht, immer wieder bei dem Thema. Wenn Freddy das kann und mehr verträgt im Zweifel, dann kann er es ja machen.
Max Thorwirth: Es ist auch wichtig, die Lebenssituation zu berücksichtigen, also nicht nur das Individuum, sondern auch wo man sich befindet. Und das ist jetzt auch wieder einfach ein ganz, ganz großer Punkt für alle von euch da draußen, die laufen. Freddy ist bei der Bundeswehr Vollprofi und ich würde ihm, glaube ich, jetzt nicht zu nahe treten, wenn ich sage, er macht jetzt nicht super viel anderes am Tag als laufen. Und ich habe dann schon meine anderen Projekte noch irgendwie drin mit der Kömeile Podcast, was wir alles halt schon besprochen hatten. Ich merke jetzt hier im Trainingslager, dass ich auch mit einer Doppelschwelleneinheit ein bisschen besser zurechtkomme, wenn ich dieses Pensum runterschraube, als wenn ich das zu Hause mache und halt zwischen den Schwelleneinhalten noch irgendwie drei Stunden am PC sitze und noch zwei Stunden irgendwie Telefonate führe. Und das ist, glaube ich, auch eine ganz, ganz wichtige Erkenntnis. Das hat mich jetzt auch hier im Trainingslager so ein bisschen überrascht, wie gut ich hier die Doppel-Schwelleneimheiten wieder hinbekommen habe. Und dann habe ich da nämlich noch mal so ein bisschen drüber nachgedacht und das zeigt auch, dass man als Profiathlet vielleicht in der stressigen Uni-Phase dann lieber doch nur eine Schwelleneinheit macht, aber wenn man eben dann mehr Freiraum hat, doch Doppelschwelle macht. Und das Gleiche gilt natürlich für jemanden, der im Berufsleben steht, der Familie hat, etc. Da wäre ich zwar eh mit Doppel-Schwelle ein bisschen vorsichtig, aber trotzdem... Muss man da glaube ich ganz gut gucken, wann macht man Belastungen, welche Belastung kann man machen und da ist weniger, manchmal oder fast meistens würde ich sogar sagen, mehr.
Henning Lenertz: Das unterschreibe ich total, also gerade, ich glaube 99,9% von den Leuten, die hier zuhören, müssen keine Doppelschwelle machen, die würden mit einer vernünftigen Schwelleneinheit deutlich weiterkommen und dann das Betrachten des gesamten Stresslevels, was man so hat durch Alltag, durch allgemein Leben, das ist ganz, ganz wichtig, dass man das damit einbezieht und nicht versucht, alles durchzuprügeln, weil das war für mich tatsächlich auch einer der Punkte, der auffällig war bei den Leuten, die du beschrieben hast, alle achten auf das Körpergefühl. Also es geht ganz oft darum, okay, Zeiten sind schon irgendwie auch da, aber wenn ich merke, heute geht es nicht, dann laufe ich halt einen Ticken langsamer. Also dass es da nicht darum geht, jede einzelne Einheit durchzuprügeln, weil sie halt irgendwo aufgeschrieben wurde, sondern ganz viel mit Körpergefühlen zu Und ich glaube, das muss man auch lernen. Das Vertrauen in den eigenen Körper, das Vertrauen in das eigene Körpergefühl, dass man da nicht versucht, irgendwas zu erzwingen, wenn es nicht geht, weil dann sind wir wieder bei dem Punkt, den du meintest, Konstanz ist halt das A und O.
Max Thorwirth: Also da ist Milla Kolbe ja so das perfekte Beispiel für, würde ich sagen, unsere deutsche 800-Meter-Meisterin aus dem vergangenen Jahr, die, ich glaube jetzt erst vor zwei, drei Wochen, überhaupt eine Uhr sich zugelegt hat, sondern vorher wirklich einfach komplett frei gelaufen ist bei gewissen Tempoläufern, hatte sie schon so eine Handstopper-Uhr, aber die hat jetzt keinen Dauerlauf mit GPS nachgemessen oder ist da nach einer Zeit gelaufen und hat auch oft ihre Trainingseinheiten am Morgen oder ... Auf dem Track selber mit dem Coach besprochen, wie schnell sie es jetzt wirklich machen, je nach Gefühl. Also das ist was, was ich auch von ihr für mich selber noch mal so ein bisschen mit rausgezogen habe und ich glaube, wenn ich jetzt auf mich selbst gucke, ist das wirklich was, wo Laktat abnehmen schon hilft, so ein bißchen, weil gerade jetzt auch hier in der Höhe, also wir nehmen gerade auf, während ich in FlexDev im höheren Trainingslager ... Bin? Da kannst du natürlich aufgrund des Sauerstoffmangels etc. Nicht die gleichen Geschwindigkeiten realisieren wie unten und mir hilft es hier extrem, einfach dieses Ziel zu haben, okay, ich bleibe unter 3 Millimole oder ich bleib bei 2,5 Millimoles, weil ich mittlerweile ungefähr weiß, was das für ein Körpergefühl sein sollte und mir ist dann auch am Ende egal, ob das jetzt 3.15 pro Kilometer, 3.18, 3,20, 3 22 ist, ich steuer das einfach über dieses Körpergefühl und habe damit aber auch ein Ziel sozusagen. Also wenn ich ein 2,5 am Ende stehen habe, dann war es eine erfolgreiche Einheit, egal wie schnell das jetzt unbedingt gelaufen worden ist. Und ich glaube, dass das ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, den du da angesprochen hast. Den kann man als Hobbyläufer sicherlich auch sehr, sehr gut über den Puls steuern, wenn man da mal so ein bisschen drauf achtet und seine Erfahrungen sammelt. Also ich kann jetzt hier oben, glaube ich, ziemlich gut mittlerweile sagen, bei welchem Pulsbereich es kritisch wird, irgendwie die Schwelle zu überschreiten, wo es vielleicht auch eher so bei 2.0 ist und wo es dann Richtung 2.5 bis 3.0 geht. Also da kann man sich schon an seinem eigenen, ganz wichtig, an seinem eigenen Puls ganz gut orientieren.
Henning Lenertz: Ja, das Thema Puls und Vergleichen ist ein großes Thema. Also sieht man ja immer wieder, dass die Leute dann nebeneinander herrennen und meinen, der mit dem niedrigen Puls ist und zweifel fitter oder sonst irgendwas. Also das ist sehr, sehr individuell ein guter Punkt, dass du das ansprichst. Und das Thema Laktat messen ist, so wie ich es selber auch nutze, also gar nicht bei mir als Athlet, sondern ich bin ja auch Trainer und für mich ist es einfach ein Mittel, um die Leute auszubremsen. Also es ist immer wieder, eigentlich geht es darum, zu messen, den Leuten schwarz auf weiß sagen, das war ein Ticken drüber, das war heute zu intensiv, ihr habt zu viel Laktat gebildet, das war jetzt nicht mehr aerob, sondern anaerob. Das verstehen die viele halt nicht, dass es oft darum geht, Ticken langsamer zu nehmen. Das Intervalltraining wird oft so schnell wie möglich gelaufen. Und dann fühlt man sich gut. Aber eigentlich geht es darum, halt im richtigen Intensitätsbereich zu bleiben. Und das finde ich bei Profis auch immer krass zu sehen, in den letzten Jahren, wie sehr dieses Laktatmessen da Einzug gehalten hat. Und wenn man das dann, das muss man ja nicht bei jeder Einheit machen, sondern genau wie du sagst, irgendwann entwickelt man so ein Körpergefühl, wie viel Laktate das so waren. Pi mal Daumen. Und dann kann man halt da sehr, sehr gut trainieren und muss sich nicht jedes Mal komplett ins Dinierium rennen.
Max Thorwirth: Ja, und wenn man jetzt aber zeitgleich dann auf ein Markthotel wieder guckt oder auch auf eigene Erfahrungen, es ist auch absolut okay als Hobbyläufer mal eine Einheit zu haben, wo man sich einfach pusht in den Intervallen und das geht, wenn man da Bock drauf hat. So, am Ende des Tages muss man es alles auch nicht zu ernst nehmen, aber ich gebe dir komplett recht, also wenn du jetzt nur all out die ganze Zeit rennst, dann ey, mach das, wenn du da Bock drauf hast, dann go for it. So, du hast keinen Sponsor, den du irgendwas... Beweisen musst, du bist niemanden in Rechenschaft schuldig, dann trainiere so, wie du willst. Aber wenn du Ziele hast, deine Leistung zu verbessern oder zu optimieren oder wie auch immer, dann wird es einfach wichtig sein, gewisse Einheiten auch nicht zu übertreiben. Und da kann man dann echt ganz gut mit dem Körpergefühl arbeiten. Dann ist es auch egal, ob es 0,2 Laktat mehr oder weniger oder sonst irgendwas ist. Also Markthotel hat es auch ganz gut geschrieben. Nicht professionell, nur weil es wissenschaftlich ist, war, glaube ich, das Zitat, was er gesagt hat. Weil das verwechseln, glaube auch, manche Personen so ein bisschen manchmal. Aber ja, ich gebe dir Recht, also ist bei uns auch so, Laktat ist meistens ein gutes Mittel, um die Leute einzubremsen. Und eine Sache wollte ich noch zur Doppelschwerde ganz kurz ergänzen. Bei Isabelle trainieren ja auch viele Athleten und Athletinnen, die jetzt nicht Profiläufer sind. Also wir haben Studenten, mittlerweile auch berufsfähige, die auf ganz unterschiedlichen Niveaus laufen, also von dem 2.13 Marathon Mann bis zu einem 3-Stunden Marathon Läufer. Die machen alle keine Doppelschwelle, weil das in ihren Alltag nicht reinpasst. Und Lorenz ist wie gesagt trotzdem deutscher Marathon Vizemeister vor ein paar Jahren geworden und in 2. 13 gelaufen ohne Doppel-Schwelle. Also das vielleicht auch nochmal als Beispiel, dass man sich schon auch ohne die Doppeltstelle steigern
Henning Lenertz: Letzte Frage zu der Kolumne. Mit wem würdest du gerne mal sprechen? Also wer ist so derjenige, diejenige wo du sagst, das wäre mal richtig cool. National wie international. Also vielleicht so jemand wie Jakob oder an wen, an wen denkst du, wo du denkst, das könnte schwierig werden, aber würde ich mal versuchen wollen.
Max Thorwirth: Also Jakob ist es gar nicht so sehr, weil ich finde, dass es schon so viele Informationen zu Jakob irgendwie gibt. Also natürlich wäre das super spannend und auch ein sehr, sehr interessantes Gespräch. Ich konnte mich tatsächlich auch schon mal mit seinem Bruder, also mit Hendrik Ingebrigsen, auf einer Busfahrt vom Wettkampf in Zagreb zurück so ein bisschen unterhalten. Also den kann man schon sehr, very gut zuhören und das ist super spannend, was die alles erzählen können. Ich, ähm... Finde tatsächlich international gesehen so ein bisschen interessanter, was so ein Cole Hocker zum Beispiel macht, weil das glaube ich auch nicht so ganz das typische Trainingssystem ist, von dem was man so ein bischen raushört und auch sehr speziell, wie Ben Thomas so die Workout zusammen stellt, also das fände ich super interessant. Josh Körr auch, der zeigt zwar schon einiges auf YouTube, aber mit seinem Coach sich vielleicht auch mal zu unterhalten. Sehr, sehr spannend. Also für mich, ich glaube, ich habe dieses Doppelschwellending so verstanden, was die Wissenschaft dahinter ist und wie das funktionieren soll. Aber ich finde, die, die es anders machen, so ein bisschen interessanter, was deren Wege sind. Dann habe ich natürlich das Glück, dass wir mit ein paar Leuten schon auch ganz gut im Austausch stehen, auch international. Also Isabelle ist sehr, very gut mit dem Coach von Grant Fischer zum Beispiel befreundet. Ich nehme auch hier gerade aus seinem Haus auf, quasi in Flagstaff, weil das leer stand und wir hier jetzt drin wohnen durften. Deswegen habe ich da Insights. Ken Myers zum Beispiel, also 1500 Meter Talent aus Australien, der ist im Sommer immer in Tübingen zum Trainieren, also hat da seine Base, das heißt da kriegt man auch einige Insights, Nadia Batucleti würde mich super interessieren, wenn wir auf die mal so ein bisschen blicken. Und dann tatsächlich die afrikanischen Läuferinnen, weil ich da am wenigsten Insights irgendwie habe, wie die es jetzt genau machen. Also sei es dann eine Facescape-Jegon oder eine von den anderen. Das fände ich auf Frauenseite super spannend und ich finde auch, also ich bin kein Trainer unbedingt. Aber eh dieser Unterschied Frau und Mann nochmal, also da gibt es auch sehr, sehr viele Diskussionen oder unterschiedliche Meinungen, auch wieder was Thema Doppelschwelle und so angeht, ob man das einfach eins zu eins gleichsetzen kann für Frauen und Männer. Das ist nochmal ein super spannendes und ich müsste jetzt mal überlegen, ich habe jetzt keinen Namen parat, aber so ein Coach, der wirklich beide trainiert, im OAC machen die das, aber nochmal irgendwie aus so einer anderen Gruppe, das fände ich auch nochmal super, super spannend. Und aus nationaler Sicht, ich hoffe, dass Mo, also Mohammed Abdelahi, irgendwann Bock hat, mit mir zu reden. Das ist zum Beispiel auch so eine Person, wo ich mir nicht ganz so sicher bin, wie viel Lust er darauf hat. Aber das werden wir auf jeden Fall irgendwann mal probieren und ansonsten könnt ihr ja gerne mal in die Podcast-Kommentare hier Vorschläge reinschreiben, von wem ihr gerne hören würdet. Dann werde ich versuchen, das möglich zu machen, aber das wäre so ein bisschen... Meine Personen, hast du jemanden, wo du sagen würdest, hey, das wäre richtig cool?
Henning Lenertz: Spannend, weil ich nichts viel über Moe weiß. Natia finde ich auch, Batocleti finde ich auch sehr interessant, habe ich auch gar keine Ahnung und ist ja einfach europäische Spitze, mal mindestens.
Max Thorwirth: Ja, Weltspitze, also muss man, da muss ich dich leider konkrieren.
Henning Lenertz: Genau, schon welchen...
Max Thorwirth: Olympia Silber geholt, gerade heilen wir im Gold, also das ist schon wirklich Weltspitze.
Henning Lenertz: Da weiß ich auch nicht, was für eine Gruppe sie hat, wie sie trainiert. Das fände ich ganz, ganz spannend. Man ist halt oft so in der deutschen Bubble. Dann oft in Amerika bekommt man auch viel mit, einfach auch wegen der Sprache. Das ist leider so. Das wäre schon gut, da mal links und rechts zu schauen. Ich glaube, überall gibt es spannende Trainingssysteme. Also ich, äh... In der Zeit bekomme ich viel mit, was so in Japan passiert, was früher da passiert ist, wie heute dort trainiert wird. Das ist auch super spannend, auch nochmal komplett anders als das, was wir, sage ich jetzt mal ganz platt hier so machen in Europa. Auch da wieder, es gibt nicht den einen Weg. Deswegen, ich glaube, da kann man von ganz, ganz vielen Leuten kann man was was lernen und was was rausziehen.
Max Thorwirth: Ja, also mir sind jetzt gerade direkt nochmal ein paar Namen eingefallen. Alexander Stepanov, unser 800-Meter-Mann, der in der Trainingsgruppe von Kili Hodgson mittrainiert, fände ich persönlich sehr, sehr spannend. Das ist zum Beispiel jemand, wo ich am überlegen bin, wie viel Mehrwert kann ich da rausziehen für einen Hobby-Straßenläufer, weil ich glaube, für 800-metertraining super, super spannend, was die machen, aber irgendwann... Hört es da dann halt auch wirklich auf, was man so rausziehen kann für jemanden, der jetzt nicht 800 Meter läuft, was ja die wenigsten von uns sind, aber an sich ist das auch ein Kandidat, der super spannend ist. Und ich habe aber noch ein kleines Beispiel, jetzt gerade hier aus den USA, es bereiten sich gerade alle auf The 10 vor, wenn die Folge draußen ist, dann wird dieses 10.000 Meter-Rennen eines der größten, die es gibt, wo immer jedes Jahr viele Europäer rüberfliegen in die USA, um da 10.00 Meter zu laufen, wird schon vorbei sein. Dann sind wir mal gespannt, was eben Mo, Freddy, Aaron und Lisa Merkel aus deutscher Sicht da abgeliefert haben. Aber jedenfalls sind in FlexDev gerade sehr, sehr viele Leute, die sich auf dieses Rennen vorbereiten. Also eigentlich alle Europäer, die hier sind, bereiten sich auf The 10 vor und sind ansonsten in Südafrika, wenn sie nicht The 10 laufen.
Henning Lenertz: Am 20. März war das.
Max Thorwirth: Genau, da war das Rennen. Wird das gewesen sein? Wird es gewesen sein. Und du hast halt hier Gruppen, die machen ganz, ganz viel Race-Pace-Stuff, also die gucken wirklich, dass sie in diese Geschwindigkeiten reinkommen, diese halt laufen müssen dann bei dem Rennen, also keine Ahnung, was ist das dann, 244, 245 pro Kilometer jetzt auf Männerseite ungefähr. Die machen einfach sehr, sehr viel Umfang in dem Bereich und dann hast du aber Die anderen? Wo ich jetzt auch zum Beispiel Freddy dazuzählen würde, die bleiben halt weiter bei ihrem Schwellentraining und gehen wenn halt von den Paces mal richtig drüber, über diese 2,45, also dann irgendwie 400er in unter 60 Sekunden oder so, um da halt eben den Schritt und die Belastung und das Laktat irgendwie abzudecken, aber machen gar nicht so viel bei dieser eigentlichen Geschwindigkeit. Und das wird jetzt auch super spannend sein zu sehen, wer wie performt. Bei diesem 10.000 Meter-Rennen, weil alle haben hier das gleiche Ziel, alle haben auch ungefähr den gleichen Rhythmus, aber dann doch wiederum so andere Einheiten und ein bisschen eine andere Philosophie, also das ist schon sehr, sehr spannend, wenn man da auch mal die Chance hat, irgendwie im internationalen Kontext unterwegs zu sein.
Henning Lenertz: Spannend. Bist du noch in den USA, wenn das Rennen sein wird? Bist vielleicht sogar vor Ort? Schaust du es dir an?
Max Thorwirth: Ich fliege tatsächlich mit rüber. Also ich habe gesagt, wenn ich jetzt hier schon das ganze Trainingslager mit Freddy mitmache, dann will ich auch das Rennen sehen. Wahrscheinlich werde ich auch den B-Lauf pacing oder gepacet haben zum jetzigen Zeitpunkt. Aber einfach, um keine eigene Einheit an dem Tag machen zu müssen und vielleicht auch ein bisschen Geld dafür zu bekommen, um das wieder reinzuholen, was dafür ausgegeben worden ist. Weil finanziell wäre es natürlich klüger gewesen, direkt zurück zu fliegen und da nicht nochmal einen Zwischenstopp. Zu machen. Aber das sind ja auch die Erlebnisse wiederum, die einfach geil sind. Und da sind wir wieder bei dem Thema, du musst Bock drauf haben, es muss irgendwie Spaß machen. Und wäre es 0,1 Prozent professioneller direkt zurück zu fliegen, ja vielleicht kann man darüber diskutieren. Aber wesentlich geiler ist auf jeden Fall mit Freddy dahin zu fahren und sich das Spektakel anzugucken und da live dabei zu sein. Von daher bin ich froh über die Entscheidung, bevor es dann wieder nach… Europa geht tatsächlich dann erst mal noch ins Trainingslager mit der LAV Tübingen nach Italien. Klassisches O-Star-Voreins Trainings-Lager in Schärwer wird eine Umstellung von hier, weil das dann doch zwei sehr unterschiedliche Arten von Trainingslagern sind. Aber habe ich auf jeden Fall auch nochmal Bock drauf.
Henning Lenertz: Meinst du jetzt einfach wegen der Höhe oder?
Max Thorwirth: Ja, also die Höhe ist das eine, aber es ist schon, ob du hier zu zweit, zu dritt quasi unterwegs bist mit einem wirklichen Profi-Mindset, Profianspruch, Profitagesablauf, ist schon ein bisschen was anderes als in Scherwer, wo natürlich die Osterparty auch im Vordergrund steht und wo nachmittags auch gerne mal zwei Stunden Beachvolleyball irgendwie gezockt wird. Das würdest du jetzt natürlich als ... Absoluter Top-Profi vielleicht nicht unbedingt machen, weil du in der Sonne bist, weil es Verletzungsgefahr darstellt, weil's anstrengend ist zwischen der Regeneration, also da ist so ein bisschen, ja, Lockerheit kann man gar nicht sagen. Hier ist auch eine große Locker-heit vorhanden, aber da steht dann schon nochmal so ein bisschen dieser Spaß und die Elemente ums Training herum vielleicht nochmal ein bisschen mehr im Vordergrund in so einem klassischen Vereins-Trainingslager als jetzt hier in FlexDev, wo ja wirklich nur absolute Profis irgendwie vor Ort sind.
Henning Lenertz: All right. Apropos Profi, du bist in deiner letzten Saison als Profi. Hast du Herr Groß angekündigt? Du willst es in diesem Jahr nochmal wissen. Bist du auf einem guten Weg und wie sehen die nächsten Wochen, Monate für dich aus?
Max Thorwirth: Ja also erstmal war ich auf einem absolut beschissenen Weg, so hat es erstmal angefangen diese letzte Saison, das muss man ganz ehrlich sagen. Mir ging es auch gar nicht darum, eigentlich so ein großes Bambulle aus der ganzen Geschichte zu machen, dass es meine letzte Session ist, nur ich habe wie gesagt einen eigenen Podcast und mich bewegt natürlich irgendwie viel in der letzten Saison und dann wäre es ganz, ganz komisch gewesen, das irgendwie nicht zu verraten, dass das in meinem Hinterkopf abgeht, weil dann hätte ich über alle Gefühle drum herum reden müssen. Deswegen bin ich eigentlich ganz froh, dass ich es gesagt habe, auch wenn ich jetzt nicht unbedingt bei jeder Meisterschaft irgendwie, ja, das ist Maximilian Torwitt in seiner letzten Saison vorgestellt werden muss, aber das ist ein anderes Thema. Ich bin eigentlich ganz gut aus der Saisonpause rausgekommen im Oktober und hab mich dann aber so drei, vier Wochen danach erstmal verletzt, also einen kleinen Riss an der Achilles-Sehne. Nicht jetzt, was man denkt, da unten an der Ferse, sondern die Sehne zieht sich halt noch bis zur Kniekehle hoch und da auf beschäftigt leider. Also das hat wirklich zwei Monate gedauert bis Anfang Mitte Dezember, ehe ich wieder laufen konnte. Also viel alternativ auch gemacht im Schwimmbad und auch im Zwiftrad. Und ja, bin dann erst Mitte Dezember wieder ins Laufen gekommen, war dann im Januar im Trainingslager in Montegordo. Bin da dann am Ende nochmal krank geworden, was mich dann nochmal zehn Tage rausgeworfen hat. Also gerade, wo ich das Gefühl hatte, Okay, jetzt geht hier so ein bisschen konstant wieder. Ja, direkt wieder raus gewesen und das hat man jetzt halt in der Hallensaison dann natürlich auch gemerkt. Ich war sehr, sehr froh, dass ich die Deutschen noch erleben konnte, dass ich es geschafft habe, da in einer halbwegs guten Form am Start zu stehen. Aber so richtig in Shape war ich da jetzt ehrlicherweise noch nicht. Und deswegen ist gerade das Ziel, einfach diese Basis so gut es geht, nochmal aufzubauen, bevor die Saison losgeht, mit dem Trainingslager jetzt in Flagstaff und dann wahrscheinlich bis Mitte Mai. Wirklich zu gucken, dass man die Grundlage noch mal vernünftig aufbaut, um daraus dann in die 5000-Meter-Geschwindigkeiten reingehen zu können. Anfang Mai sind noch die deutschen Staffelmeisterschaften. Da haben wir einen Titel, den Running Gags zu klauen, aus VW-Tübingen-Sicht. Also das ist wahrscheinlich so das erste Rennen dann der Sommersaison, aber richtig losgehen wird's Ende Mai, Anfang Juni. Und dann muss man immer erst mal gucken, irgendwelche 5000 Meter Rennen gibt es, wo man laufen kann, die auch... Schnell genug sind, um so eine EM-Norm zu laufen. Die liegt bei 13.08. Also ich muss schon nochmal Bestzeit laufen, wenn ich dabei sein will, zumindest über den Wege. Und das ist gar nicht so einfach tatsächlich, weil die Daimler League-Rennen, da kommt man meistens nicht rein, beziehungsweise die sind auch oft einfach zu schnell dann, als dass die einem was bringen. Und darunter gibt es dann teilweise gar nicht so viele Rennen, die man irgendwie laufen kann. Und da muss man dann auch nochmal irgendwie erstmal akzeptiert werden, um an die Startlinie zu kommen. Also da werden wir mal gucken, was passiert, welche Rennen sich anbieten. Im Idealfall laufe ich irgendwie die Norm und dann die deutschen Meisterschaften. Ende Juli sind die, glaube ich. Und dann wäre Mitte August die Europameisterschaft. Das wäre natürlich der traumhafte Abschluss der Karriere, irgendwie da im Nationaltrikot in Birmingham das letzte richtige Bahnrennen geben zu können. Wenn nicht, dann wird es halt in Bochum-Wattenscheid sein, bei den deutschen Meisterschaften. Wäre auch okay, aber das, was ich mir auf jeden Fall wünsche, ist, dass ich einfach noch mal alles aus meinem Körper rausholen kann und wenn es da nicht reicht, dann reicht es nicht. Also das habe ich auch oft genug schon in meiner Karriere erlebt, aber was einfach schade wäre, wäre, wenn man irgendwie das Gefühl hat, man kann nicht noch mal alles da auf der Bahn lassen und auf Holz jetzt mal klopfen, dass da jetzt nichts mehr im Wege steht. Oft genug war ich in der Hallensaison richtig fit und dann kam irgendwie kurz vor der Sommersaison was dazwischen. Deswegen ist es vielleicht diesmal andersrum, das ist auf jeden Fall das, was ich mir wünsche.
Henning Lenertz: Okay, und dann blicken wir noch einen Schritt weiter. Weißt du schon, was nach der Karriere, nach der Laufkarriere anstehen soll? Du hast ja so ganz viele Sachen, die du so nebenbei machst. Wie gesagt, das Rennen in Düsseldorf, die Köhmeile, die du da jetzt wieder aufleben lässt. Wäre das was, da weiter so in der Rennszene aktiv zu sein, Rennveranstalter?
Max Thorwirth: Also ich werde auf jeden Fall dem Sport erhalten bleiben, auf die eine oder auf die andere Art und Weise. Ich bin das gerade noch alles so ein bisschen am sortieren. Also ich bin mir sehr sicher, dass der Podcast weiterlaufen wird, die New Benz Kölmeile wird es auch weitergeben. Ob das dann hauptberuflich das sein wird, was ich mache oder das dann weiter so ein bisschen nebenher, das wird man nochmal sehen, aber man wird mich auf jeden Fall nicht verlieren in diesem Sport und ich kann mir auch gut vorstellen, in der reichseletig im Laufen. Zu arbeiten. Es kann aber genauso gut sein, dass ich erstmal noch mal irgendwo anders im Sport hingehe, weil ich glaube, dass es da auch viele Bereiche gibt, wo man einiges noch lernen kann und dass es manchmal auch gut ist, in eine andere Bubble kurz abzutauchen, um einfach unterschiedliche Perspektiven zu sehen, neue Dinge wahrzunehmen und dann kann man vielleicht auch das, was man da gesehen hat, verstärkt wieder zurückbringen irgendwie in die Leichtathletik. Also das ist auf jeden Fall auch eine Option. Aber irgendwas mit Sportevent, Sportmedien, Sportmanagement, Sportmarketing wird es auf jeden Fall sein. Also mein Leben ist der Sport und das wird es hoffentlich auch beruflich dann am Ende werden.
Henning Lenertz: Das wirst du ja auch weiterschreiben.
Max Thorwirth: Genau, die Kolumne weiter. Ich hoffe auch, dass ich noch mal ein paar Daimilligrennen weiter kommentieren darf für sportdeutschland.tv. Und es gibt genug spannende Aufgaben, glaube ich, in der Leichtathletik, wo man sich mit einbringen kann, sage ich mal so. Ich bin jetzt auch noch mal für zwei Jahre Athleten-Sprecher im DLV. Also da gibt es auch ein paar Satzungen, falsches Wort, Sitzungen und so weiter, wo man dabei sein muss. Also ich werde nicht weg sein.
Henning Lenertz: Alles klar, Max, ich danke dir für deine Zeit, deine ganzen Insights und Auskünfte. Drück dir Daumen, dass deine nächsten Trainingswochen glatt über die Bühne gehen und dann die ersten Rennen auch gut verlaufen, zumindest besser als bei der HLNB.
Max Thorwirth: Vielen Dank auf jeden Fall. Danke an alle, die die Kolumne lesen und gerne jederzeit Feedback da lassen, also ob über die Runners World selber, ob in den Podcast-Kommentaren. Ihr könnt mich auch auf Instagram finden und anschreiben. Mein Ziel ist, dass die Kolumde für euch da ist und dass ihr einen Mehrwert bekommt, nicht dass ich da irgendwie vor mir hinschreibe. Lasst mal gerne wissen, wie ihr es findet und wenn ihr da Fische. Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Feedback habt, dann sind die natürlich jederzeit willkommen. Genau so ist es. Tschüss Max.
Ela Wildner: Ja, all dem kann ich eigentlich gar nicht mehr so viel hinzufügen, außer abonniert unseren Podcast auch unbedingt noch gerne, damit ihr die nächste Folge nicht verpasst. Und genau, schreibt überall da, wovon Bugs beschrieben, gerne alles zur Kolumne und Feedback zum Podcast auch gerne noch an leserservice at runners4id emailen. Damit sage ich Tschüss für heute. Danke fürs Zuhören. Hoffentlich hattet ihr Spaß und hoffentlich hören wir uns dann auch beim nächsten Mal wieder. Bis dahin und macht's gut.